Rupert Murdoch breitet sich in Deutschland we...
 

Rupert Murdoch breitet sich in Deutschland weiter aus

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James Murdoch (35) ist zuständig für das Asien- und Europa-Geschäft der News Corp. ©DPA
James Murdoch (35) ist zuständig für das Asien- und Europa-Geschäft der News Corp. ©DPA

Die Verschlüsselungstochter der News Corp., NDS, eröffnet eine Niederlassung in München.

Die Zeichen kündigen einen neuen alten Marktteilnehmer in Europa an. Rupert Murdoch, Chef der News. Corp., scheint den deutschsprachigen Markt im Visier zu haben. Erst der Einstieg beim Pay-TV-Sender Premiere - und die stufenweise Erhöhung der Anteile, dann der Start des News Corp.-Senders Fox in Deutschland und schließlich präsentiert sich Murdoch höchstpersönlich auf den Münchner Medientagen im Herbst und hält die Eröffnungs-Key-Note. Doch damit nicht genug der Präsenz in Deutschland: Seine Verschlüsselungstochter NDS wird eine eigene Niederlassung in München/Unterföhring eröffnen - und zwar "vor dem Hintergrund der wachsenden Pay TV-Kundebasis von NDS in Deutschland", wie es offiziell heißt. Ziel sei es, die bestehenden Kunden wie Premiere, Kabel BW, Arcor und Tele Columbus "optimal unterstützen zu können". Außerdem soll auch ein eigenes Forschungs- und Entwicklungsteam für die Anforderungen des deutschen Pay-TV-Marktes entstehen.

Die Leitung des Münchner Büros obliegt Yves Padrines, Vice President Business Development und General Manager von NDS.

Die News Corp. gilt laut Rangliste des Instituts für Medien- und Kommunikationskunde als viertgrößtes Medienunternehmen der Welt mit einem Umsatz von 20,7 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Das Geschäftsgebahren der Gruppe ist bekannt für seinen Überfallscharacter: Nichts ankündigen, bevor es nicht sicher ist, dass es gelingt.

Mit dem Eintritt von NDS in den deutschsprachigen Markt bekommt der Konkurrenzkampf mit dem Verschlüsselungsanbieter Kudelski neue Brisanz. Auch gilt es nicht als ausgeschlossen, dass Murdoch in Deutschland nicht doch den Vorstoß ins Free-TV-Geschäft anpeilt - wie es Premiere-Vorstand Michael Börnicke mit seiner Übernahmeabsicht von Sat.1 schon ankündigte.
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