RTL profitiert von deutschem TV-Geschäft
 

RTL profitiert von deutschem TV-Geschäft

Peer Grimm
Der RTL-Konzern beschleunigt sein Wachstum.
Der RTL-Konzern beschleunigt sein Wachstum.

Mit Rückenwind durch den starken Dollar und das florierende Fernsehgeschäft in Deutschland beschleunigt der RTL-Konzern sein Wachstum. Ebenso wie der Erzrivale ProSiebenSat.1 profitierte RTL im Sommerquartal von der robusten deutschen Konjunktur, wo die Wirtschaft ihre Budgets für Fernsehreklame aufstockte. Schleppend lief das Geschäft nach Konzernangaben allerdings erneut in Frankreich.

Die Bertelsmann-Tochter RTL schraubte ihre Umsatzerwartungen für das laufende Jahr nach oben. "Wir erwarten im Gesamtjahr nun einen Umsatzanstieg zwischen 2,5 und fünf Prozent", sagte Finanzvorstand Elmar Heggen am Donnerstag. Bisher hatte sich der TV-Konzern maximal 2,5 Prozent Wachstum bei den Jahreserlösen von zuletzt 5,8 Mrd. Euro zugetraut. 4,1 Mrd. Euro hat RTL nach neun Monaten bereits in der Tasche.

Im dritten Quartal wuchs die Gruppe stärker als im ersten Halbjahr, was Heggen unter anderem auf das gute Werbegeschäft zurückführte. "In Deutschland erwarten wir über das gesamte Jahr ein Marktwachstum von drei bis vier Prozent. In Frankreich dürften es nur ein bis zwei Prozent werden", sagte der Manager. Die Erlöse der deutschen Sender stiegen im dritten Quartal um 6,8 Prozent auf 471 Mio. Euro. Im gleichen Zeitraum war das TV-Geschäft der ProSiebenSat.1-Gruppe um 6,3 Prozent auf 465 Mio. Euro gewachsen.

Weil die TV-Produktionstochter von RTL einen großen Teil ihres Geschäfts in den USA macht, profitierte der Konzern beim Umtausch der Erlöse in Euro vom Dollar-Kurs. Das sei ein Grund, warum der Gewinn dem Umsatzplus im Gesamtjahr nicht folgen dürfte, sagte Heggen. "Das verschafft uns beim Ergebnis keinen Rückenwind." Er bleibe deshalb dabei bei der Erwartung, dass der Betriebsgewinn auf dem Vorjahresniveau von 1,15 Mrd. Euro verharren werde. Bis Ende September waren es 716 Mio. Euro, ein Plus von knapp sechs Prozent.

Bertelsmann steigerte den Umsatz dank seiner wichtigsten Tochter in den ersten neun Monaten um knapp drei Prozent auf 12,2 Mrd. Euro. Das Betriebsergebnis kletterte um gut sieben Prozent auf 1,6 Mrd. Euro. Unter dem Strich verdoppelte sich der Überschuss nahezu und erreichte mit 573 Mio. Euro bereits jetzt dieselbe Höhe wie im gesamten Vorjahr.

Dazu habe der Wegfall einmaliger Belastungen aus dem vergangenen Jahr ebenso beigetragen wie auch gute Geschäfte in den übrigen Sparten, teilte der Konzern mit. Zahlen zu Firmentöchtern wie dem weltgrößten Buchverlag Penguin Random House oder dem Dienstleister Arvato will Bertelsmann erst wieder mit der Jahresbilanz veröffentlichen.
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