RTL doch mit n-tv?
 

RTL doch mit n-tv?

Noch nicht völlig geschlossen scheint das Kapitel einer RTL-Beteiligung am Berliner Nachrichten-Sender n-tv zu sein.

"In den Verhandlungen über einen Einstieg bei n-tv haben wir uns auf praktisch alles geeinigt – bis auf den Preis. Die Verhandlungen sind gescheitert, aber aufgeschoben heißt schließlich nicht aufgehoben", meint RTL-Chef Gerhard Zeiler in einem Interview mit Horizont Frankfurt. Zeiler wurde von der deutschen Horizont-Schwester zum "Medienmann des Jahres 2001" gewählt. In dem Gespräch bekräftigt Zeiler, dass der Aufbau von Spartenkanälen eines von zwei strategischen Zielen RTL für die kommenden 18 Monate sei.



"Wir stehen unter keinem Zeitdruck. Derzeit herrscht auf allen Seiten eine gewisse Enttäuschung, dass es nicht geklappt hat. Wenn sich jedoch die Situation ergäbe, dass alle Partner sagen, wir versuchen es noch einmal", meint Zeiler weiter zu den n-tv-Plänen, "wären wir bereit." Neben einem Nachrichtensender könnten laut Zeiler ein Soap- oder ein Action-Kanal weitere RTL-Zusatzangebote "im digitalen Kabel sein, um die bestehenden Programmvorräte zu verwerten." Diese Kanäle könnten allerdings nicht nur werbefinanziert sein, sondern müssten sich "auch über Entgelte rechnen".



"Ich möchte gerne noch ein paar Jahre bei RTL bleiben und auch meine Gesellschafter haben mir bereits signalisiert, dass ich bleiben soll. Der Job macht mir viel Spaß und ich habe ein tolles Team – also werde ich verlängern", meint Zeiler, dessen Vertrag bei RTL in rund einem Jahr ausläuft, zu seiner persönlichen Zukunft. "Irgendwann werden meine Familie und ich in London leben", so der Wiener, dessen Frau aus Großbritannien stammt. Zeiler auf die Frage, ob er dann Direktor der BBC werde: "Nein, nein! Wer weiß schon, was in fünf Jahren ist."

(as)

stats