RTL-Bilanz: Mehr Umsatz, weniger Gewinn
 

RTL-Bilanz: Mehr Umsatz, weniger Gewinn

APA/dpa

Mit einem wachsenden Digitalbusiness stemmt sich die RTL-Group gegen die schwächelnden Werbeeinnahmen im TV-Geschäft.

Dank eines weiter wachsenden Digitalgeschäfts und guter Zahlen der Deutschland-Tochter stemmt sich die RTL Group gegen schwächelnde Werbemärkte im Fernsehgeschäft. Der Umsatz der Bertelsmann-Tochter wuchs im zweiten Quartal 2017 um 8,8 Prozent auf 1,57 Mrd. Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch in Luxemburg mitteilte. Der Gewinn allerdings sank um fast 10 Prozent auf 183 Mio. Euro. Grund: Sondereinnahmen 2016 im Frankreich-Geschäft.

Der Konkurrent ProSiebenSat1 hatte zuvor schrumpfende Umsätze für seine Fernsehsender im 3. Quartal vermeldet. Das Betriebsergebnis (EBITDA) sank um 7,4 Prozent auf 362 Mio. Euro. Bereinigt um Einmaleffekte stieg der Gewinn hingegen um 4 Prozent.

Erfolg mit "Total-Video-Strategie"

Für das Gesamtjahr hält die RTL Group an der Prognose eines Umsatzwachstums von 2,5 bis 5 Prozent und eines weitgehend stabilen Gewinns fest. Bertelsmann hält 75 Prozent an der im Börsenindex MDax der mittelgroßen Unternehmen notierten europäischen Sendergruppe.

Man habe in den vergangenen Jahren in das dynamisch wachsende Onlinevideo- und Werbetechnologie-Geschäft investiert, erklärten die RTL-Chefs Bert Habets und Guillaume de Posch. Die Geschäftszahlen im ersten Halbjahr 2017 seien einen Erfolg der "Total-Video-Strategie". "Gleichzeitig ist die schwierige Entwicklung der TV-Werbemärkte ein deutliches Signal, dass wir die Umsetzung unserer Strategie sogar noch beschleunigen müssen."

So übernimmt RTL die restlichen Anteile seines Video-Werbevermarkter SpotX und plant zusätzliche Investitionen, um das Werbetechnologiegeschäft weiter auszubauen. Man habe sich mit den Minderheitsaktionären von SpotX darauf geeinigt, die verbleibenden 36,4 Prozent der Anteile für insgesamt 145 Mio. US-Dollar (120,4 Mio. Euro) zu kaufen. Der Deal soll im Oktober abgeschlossen sein.
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