„Rotes Lichtermeer“ für Wikileaks
 

„Rotes Lichtermeer“ für Wikileaks

Reporter ohne Grenzen spiegeln Website von Wikileaks und rufen heute, Mittwoch, um 18 Uhr zur Kundgebung am Schwarzenbergplatz.

Reporter ohne Grenzen (ROG/RSF) werden ab heute, 22. Dezember, die Webseite der umstrittenen Internet-Plattform Wikileaks spiegeln. Die Seite ist unter der Adresse wikileaks.rsf.org zu finden. „Wikileaks hat das Recht, Informationen ungehindert zu verbreiten. Unsere Aktion ist eine Geste der Unterstützung dieser Meinungsfreiheit“, begründete die Organisation ihre Entscheidung in einer Aussendung. Eine langfristige Kooperation werde von Wikileaks’ weiteren Aktivitäten und zukünftigen Inhalten abhängen.

„Wir kämpfen für den freien Informationsfluss, aber auch für den Schutz der Quellen, ohne die investigativer Journalismus nicht existieren könnte“, betonte ROG. Mit der Veröffentlichung der US-Depeschen habe Wikileaks eine große Menge bisher unveröffentlichter Daten an international führende Zeitungen sowie der Öffentlichkeit bereitgestellt. Die Bedrohungen und die Versuche, Wikileaks zu schließen, seien als Angriff auf Artikel 10 (Freiheit der Meinungsäußerung) der Europäischen Menschenrechtskonvention zu werten.

Um die Dokumente zu beschaffen und sie an Wikileaks weiterzuleiten, seien, wie so oft im investigativen Journalismus, Gesetzesübertretungen im Spiel gewesen. Wikileaks hat die Informationen an Nachrichtenmedien weitergeleitet und wird nun, gemeinsam mit diesen Medien, der Komplizenschaft bezichtigt. Reporter ohne Grenzen macht in diesem Kontext auf eine Entscheidung des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs aufmerksam, die besage, dass die Komplizenschaft in jenen Fällen nicht besteht, in denen die Verbreitung solcher Dokumente dem Recht der Öffentlichkeit auf Information dient.

Am Abend um 18.00 Uhr haben Reporter ohne Grenzen auf dem Wiener Schwarzenbergplatz zu einer Kundgebung für Wikileaks gerufen. Geplant ist ein „rotes Lichtermeer“, die Teilnehmer wurden aufgefordert, in roter Kleidung zu erscheinen. Es soll ein Signal gesetzt werden. „Wenn etwa internationale Unternehmen uns in unserer Handlungsfähigkeit und Meinungsäußerung einschränken, indem sie unsere Spenden an Wikileaks einfrieren, dann herrscht tatsächlich Alarmstufe Rot“, hieß es. Neben Rubina Möhring, der Präsidentin von ROG Österreich, wird auch der Generalsekretär von Amnesty International Österreich, Heinz Patzelt, eine Rede halten.

Quelle: APA
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