Rollenspiel im Marketing
 

Rollenspiel im Marketing

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In ihrem Buch reflektiert Eva Kreienkamp die gängigen Geschlechtervorstellungen, zeigt die Komplexität der Zielgruppen auf und gibt hilfreiche Tipps zur zielgerichteten Vermarktung nach dem Gender-Ansatz.

Es war einmal … ein Mann und eine Frau. Nennen wir sie Adam und Eva. Die hatten ganz geschlechtsspezifische Eigenschaften à la „Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus“ oder „Frauen können nicht einparken, Männer nicht zuhören“, Frauen lesen die Yellow Press, Männer die Börsenkurse, Frauen kaufen Kosmetik, Männer Maschinen. Doch dann kam der große Gesellschaftswandel: Die Frau verdiente ihr eigenes Geld und erlangte damit erstmals die Entscheidung für einen individuellen Lebensstil, Männer haben damit ein neues Selbstverständnis quasi zugewiesen bekommen. Ein Dilemma. Jahrhunderte währende Geschlechterbilder wurden aufgebrochen, Stereotype haben ihre Gültigkeit verloren, die Forderung von Konsumenten nach einer Abbildung von aktuellen Lebenswirklichkeiten wurde laut. Das Ergebnis: finanzstarke Karrierefrauen und metrosexuelle Topkonsumenten, sprich Buggies für Männer, Nivea for Men, Bauknecht weiß, wie Männer waschen auf der einen Seite. Auf der anderen Seite: Bohrmaschinen für Ladys, Handys im Damendesign oder „Money – made by women“, ein Finanzinformationsangebot für Frauen. „Firmen, die ihr Marktpotenzial erhöhen wollen, müssen ihre Marktforschung und Produktentwicklung gezielt auf die Geschlechter ausrichten“, meint die Autorin des neuen Marketing-Fachbuches Gender-Marketing, „wer sich nur auf ein Geschlecht festlegt, riskiert, von Wettbewerbern mit flexibleren Marketingstrategien ausgebootet zu werden. In ihrem Buch reflektiert Eva Kreienkamp die gängigen Geschlechtervorstellungen, zeigt die Komplexität der Zielgruppen auf und gibt hilfreiche Tipps zur Entwicklung spezifischer Produkte sowie zur zielgerichteten Vermarktung nach dem Gender-Ansatz. Denn: Frauen fahren anders. Männer auch.

Eva Kreienkamp: "Gender-Marketing", mi-Fachverlag, Landsberg/Lech 2007, 215 Seiten, 49,90 Euro, ISBN 978-3-636-03108-2

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