ROG-Ranking: Österreich rutscht bei Pressefre...
 
ROG-Ranking

Österreich rutscht bei Pressefreiheit von Platz 16 auf Platz 18

Reporter ohne Grenzen Österreich
ROG-Präsidentin Rubina Möhring verwies auf die Rolle der vormaligen ÖVP-FPÖ-Regierung beim Abrutschen Österreichs im Ranking.
ROG-Präsidentin Rubina Möhring verwies auf die Rolle der vormaligen ÖVP-FPÖ-Regierung beim Abrutschen Österreichs im Ranking.

Die neue weltweite Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen (ROG) sieht Österreich in dem Ranking um zwei Plätze im Vergleich zum Vorjahr abrutschen. Im internationalen Vergleich wird die Pressefreiheit in Österreich damit als "ausreichend" eingestuft.

Für den beachtlichen Abstand Österreichs zu den bereits traditionellen Spitzenreitern in Sachen Pressefreiheit - Norwegen und Finnland - macht ROG-Präsidentin Rubina Möhring vor allem die letzten Monate der ÖVP-FPÖ-Regierung verantwortlich, die noch in den Beobachtungszeitraum fielen.


"Die dezidierte Bevorzugung gewisser Medien und -sektoren durch die Regierung, vermehrte Interventionen in Redaktionen, gerichtliches Vorgehen gegen kritische Berichterstattung, die Versuche des ehemaligen Innenministers, das Handy einer Journalistin zu beschlagnahmen" hätten neben vermehrten verbalen Attacken auf Vertreter der Presse und einem "Klima der Intellektuellenfeindlichkeit" zum Verlust der beiden Plätze geführt.

Weltweit hat sich die Lage der Pressefreiheit im Jahresabstand leicht verbessert, liegt jedoch immer noch 13 Prozent unter den Werten von 2013. Der Beobachtungszeitraum für das Ranking endete zwar vor Ausbruch der Covid-19-Pandemie, Möhring befürchtet jedoch unter Verweis etwa auf Polen und Ungarn, die im Ranking weiter abstürzten, dass "wie ein Brandbeschleuniger für autoritäre Tendenzen und repressive Krisenherde" wirken könne, gab die ROG-Präsidentin zu bedenken.

'Gute Situation' nur in den wenigsten Ländern

Europa führt das Ranking klar an. Die fünf bestplatzierten Länder (Norwegen, Finnland, Dänemark, Schweden und die Niederlande) finden sich alle innerhalb Europas. Die Schlusslichter bilden Turkmenistan, Eritrea, China und Nordkorea. Unter den größten Absteigern sind aktuell Haiti, die Komoren, Benin und Hongkong. Beachtliche Verbesserungen der Lage konnten in Malaysia, den Malediven, dem Sudan, Bhutan, der Zentralafrikanischen Republik sowie Äthiopien erreicht werden.

23 von 180 bewerteten Ländern (13 Prozent) wird eine "sehr schwierige" Situation der Pressefreiheit attestiert. In nur acht Prozent herrscht laut ROG eine "gute Situation", in 18 Prozent - darunter Österreich - ist die Situation "ausreichend". In 35 Prozent der Länder ist die Situation "problematisch", in 26 Prozent "schwierig". Die Rangliste der Pressefreiheit wird seit 2002 jährlich erstellt und misst durch über 100 Fragen die Situation von Journalisten, Medienhäusern und zivilen Bürgerreportern in 180 Ländern.

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