Reuters Report: Vertrauen in Medien sowie Zah...
 
Reuters Report

Vertrauen in Medien sowie Zahlbereitschaft gestiegen

APA/HELMUT FOHRINGER
Laut Reuters Report höhere Bereitschaft für Nachrichten Geld auszugeben
Laut Reuters Report höhere Bereitschaft für Nachrichten Geld auszugeben

Die Corona-Pandemie hat für die Medienbranche nicht nur inhaltliche und strukturelle Änderungen gebracht, sondern auch einen Vertrauenszuwachs seitens der Konsumentinnen und Konsumenten.

Dies ist ein zentrales Ergebnis der Österreich-Auswertung des "Reuters Institute Digital News Report", die nun präsentiert wird. Auch die Bereitschaft, für Nachrichten zu bezahlen, ist im Jahr 2021 gestiegen. Das Fernsehen bleibt als Hauptnachrichtenquelle in Österreich mit einer Nutzung von 36 Prozent an der Spitze, Websites und Apps von Zeitungen holen jedoch auf: Sie sind für 15,3 Prozent der Befragten die Hauptquelle von Nachrichten (2020: 13,6 Prozent). Weiterhin rückläufig (von 14,4 Prozent im Jahr 2020 auf 9,4 Prozent im Jahr 2021) ist die Nutzung von Print-Medien als Hauptnachrichtenquelle. Auch das Radio musste Einbußen hinnehmen und fiel von 16 Prozent auf 12,4 Prozent ab. Soziale Medien werden von 12,3 Prozent der Befragten als Hauptnachrichtenquelle genannt.

Zugleich stieg das Interesse an Nachrichten: Die tägliche Nachrichtennutzung beträgt 87,7 Prozent. Hier zeigte sich, dass vor allem die Häufigkeit der Nachrichtennutzung 2021 gestiegen ist. 10,9 Prozent nutzen Medien dafür mehr als zehn Mal pro Tag (2020: 9,7), 15,8 Prozent gaben die Frequenz mit sechs bis zehn Mal pro Tag an (202: 11,3 Prozent). Die Zahl jener, die für Online-Nachrichten bezahlen, ist um 1,4 Prozentpunkte auf 12 Prozent gestiegen. Hier zeigt sich vor allem, dass jüngere Menschen eher bereit sind, für Nachrichten Geld auszugeben. 17,2 Prozent der 18- bis 24-Jährigen gaben an, für Online-Nachrichten zu bezahlen, während dieser Wert in jedem weiteren Lebensjahrzehnt sinkt und bei den Über-55-Jährigen nur mehr 9,3 Prozent ausmacht. Dabei spielen jeweils Bildungsgrad und Haushaltseinkommen eine Rolle.

Die meistgenützte Form ist dabei mit 34,1 Prozent die Kombination eines Print-Digital-Pakets, immerhin 13 Prozent gaben an, ein Medium im Rahmen einer Spende zu unterstützen. Immerhin 26,6 Prozent zahlen für zwei Online-Medien, 54,8 Prozent für eines, 8,4 Prozent für drei Medien. Trotz der vor allem in Corona-Zeiten stärker aufgeflammten Fake News-Debatte ist das Vertrauen in Nachrichten gestiegen: Auf die Frage "Ich glaube, man kann dem Großteil der Nachrichtenquellen in den meisten Fällen vertrauen" antworteten 46,4 Prozent mit "Ja", was einem Zuwachs von 6,6 Prozentpunkten entspricht. Beim Vertrauen in österreichische Nachrichtenmarken zeigt sich, dass allen Nachrichtenangeboten während der Corona-Krise vermehrt das Vertrauen ausgesprochen wird, wie es im Bericht heißt.

An der Spitze stehen die ORF-Nachrichten mit 74 Prozent (2020: 65,6 Prozent), gefolgt von Der Standard mit 69,3 Prozent (2020: 61,4 Prozent) und Die Presse mit 67 Prozent (2020: 59,9 Prozent). Den Nachrichten auf Social Media vertrauen nur 17,6 Prozent der Befragten. Bei der Nutzung von Social Media hat jedenfalls Facebook in Österreich mit 31,2 Prozent die Nase vorn, was allerdings unter dem EU-Schnitt von 43,3 Prozent liegt. Dahinter folgen WhatsApp (22,3 Prozent) und YouTube (20,6 Prozent).

Auch der Bereich Desinformation wurde abgefragt: Hier äußerten vier von zehn Nutzerinnen und Nutzern generelle Bedenken, im Internet zwischen Fakten und Falschmeldungen unterscheiden zu können. Am Häufigsten waren die Befragten mit Falschmeldungen zum Thema Coronavirus konfrontiert (61,6 Prozent), gefolgt von den Themen Politik (38 Prozent) und Migration (30,5 Prozent.)

Basis der Studie ist eine Befragung von rund 2.000 Österreicherinnen und Österreichern (Befragungszeitraum 13. Jänner bis 1. Februar 2021). Die Mediennutzung rund um den Höhepunkt der Pandemie wurde nicht erhoben, da die Studie jeweils zu Beginn des Jahres durchgeführt wird und somit 2020 vor Corona und 2021 nach dem Höhepunkt der Pandemie stattfand. Für die Auswertung und Analyse zeichnete ein Wissenschafterteam der Universität Salzburg (Fachbereich Kommunikationswissenschaft) verantwortlich.
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