Reuters-Ausblick auf 2020: Mehr Podcasts und ...
 

Reuters-Ausblick auf 2020: Mehr Podcasts und Bezahlschranken

Stefan Binder
In der Denkwerkstatt Oxford wird der jährliche Reuters-Bericht über Medientrends geschrieben.
In der Denkwerkstatt Oxford wird der jährliche Reuters-Bericht über Medientrends geschrieben.

Das Reuters-Institut in Oxford befragte führende Medienmanager, was auf User im kommenden Jahr zukommen wird.

Neues Jahr, neuer Reuters-Bericht: Wie jedes Jahr hat auch im Jänner 2020 das Reuters Institut für Journalismus-Studien in Oxfort eine Umfrage von 233 Medienmanager aus 32 Ländern veröffentlicht, um ein Stimmungsbild für das kommende Jahr zu geben. 

Lesereinnahmen werden wichtigste Einkunftsquelle

Ein Thema wird demnach auch 2020 die Medien beschäftigen. 50 Prozent der Befragten gaben demnach nämlich an, dass Lesereinkünfte die wichtigste Einnahmequelle für ihr Unternehmen sein werden. Demgegenüber glaubten nur 14 Prozent, dass Werbung künftig die wichtigste Einnahmequelle darstellen wird.

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 Die Entwicklung nahm schon die Jahre zuvor an Fahrt auf: Immer mehr Medien stellten in den vergangenen Jahren ihre Webseiten vom reinen Reichweitenmodell, das vor allem auf hohe Werbeeinahmen durch viele Besucher hoffte, auf Paid-Content-Modelle um. Auch in  Österreich ist eine Ausweitung von Bezahl- und Registrierungsschranken zu erwarten (siehe dazu: Nach der Paywall ist vor der Paywall/HORIZONT 50)

Google als neuer Liebling

Das Verhältnis von Medien zu den US-amerikanischen Tech-Giganten ist zwiespältig. Einerseits profitiert man von der Reichweite, die die Plattformen zur Verfügung stellen, andererseits nagen sie auch am Werbekuchen. Seit der US-Präsidentschaftswahl stehen die Unternehmen aus Silicon Valley auch wegen der Verbreitung von Fake News in der Kritik. In der Reuters-Umfrage finden die Befragten, dass Twitter am besten gegen die Verbreitung von Falschinformationen vorgeht, Facebook hingegen bekommt die schlechtesten Noten.

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Google hingegen wird von den Medienmangern als jene Plattform gesehen, die am stärksten „Journalismus unterstützt“. Das hängt wohl auch mit der gutdotierten Google-Förderungen (GNI), die Medienunternehmen beantragen können, zusammen.

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Selbstlob

Ein immer stärker werdendes Thema in Newsrooms weltweit wird die Diversität in Medienunternehmen. In der Reuters-Umfrage geben sich die Medienmanger selbst gute Noten dafür, die Diversität im eigenen Unternehmen zu verbessern.

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Podcast-Trend nimmt kein Ende

Auch der Podcast-Trend ist vergangenes Jahr endültig in Österreich angekommen (siehe dazu: Hörbares Drängen ins Digitale/HORZONT 50). Die befragten internationalen Medienmanger glauben, dass er auch 2020 weiter anhalten wird und verweist darauf, dass internationale Tageszeitungen laut Umfrage planen, tägliche Podcast-Serien und neue Podcasts zu starten.

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Der gesamte Reuters-Bericht als Link: Journalism, Media, and Technology Trends and Predictions 2020.

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