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Reporter ohne Grenzen: 2017 weltweit 65 Medienschaffende getötet

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2017 wurden 39 der getöteten Medienschaffenden wegen ihrer journalistischen Tätigkeit gezielt ermordet. Die übrigen 26 wurden im Einsatz getötet, weil sie etwa unter Beschuss oder in einen Bombenangriff gerieten. (c) Reporter ohne Grenzen
2017 wurden 39 der getöteten Medienschaffenden wegen ihrer journalistischen Tätigkeit gezielt ermordet. Die übrigen 26 wurden im Einsatz getötet, weil sie etwa unter Beschuss oder in einen Bombenangriff gerieten. (c) Reporter ohne Grenzen

Laut der Jahresbilanz der Pressefreiheit befinden sich 326 Medienschaffende in Haft, zu den gefährlichsten Ländern zählten 2017 Syrien, Mexiko, Afghanistan, Irak und die Philippinen. Reporter ohne Grenzen fordert nun verstärkt die Einsetzung eines UN-Sonderbeauftragten.

Es waren weltweit mindestens 65 Journalisten, Bürgerjournalisten und andere Medienmitarbeiter, die in diesem Jahr in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet wurden. Das gab die Organisation Reporter ohne Grenzen in ihrer Jahresbilanz der Pressefreiheit am Dienstag bekannt. Fast die Hälfte der Opfer starb außerhalb von Regionen mit bewaffneten Konflikten. Sie wurden in Ländern wie Mexiko oder den Philippinen ermordet, weil sie über Tabu-Themen wie politische Korruption oder das organisierte Verbrechen berichteten.

Forderung eines UN-Sonderbeauftragten für Schutz von Journalisten 

„Besonders InvestigativjournalistInnen, die Themen wie Korruption und Umweltskandale recherchieren, spielen eine sehr bedeutende Watchdog-Rolle. Sie werden so zur Zielscheibe jener, die sich durch unabhängigen Journalismus bedroht fühlen“, sagt Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich. Besorgniserregend sei zudem, dass auch außerhalb von Kriegsgebieten so viele Journalisten getötet worden seien, ergänzt Möhring: „Besonders erschreckend ist, dass in zu vielen Ländern die Täter und ihre Auftraggeber damit rechnen können, dass sie mit Gewalt gegen Medienschaffende ungeschoren davonkommen. Wir fordern von der Staatengemeinschaft endlich wirksame Mittel, um die skandalöse Straflosigkeit für solche Verbrechen zu beenden.“ Um diesen „Kreislauf der Straflosigkeit“ zu durchbrechen, werbe Reporter ohne Grenzen bei den Vereinten Nationen intensiv für die Einsetzung eines UN-Sonderbeauftragten für den Schutz von Journalisten.

Rund die Hälfte aller Inhaftierten sitzen in nur fünf Ländern im Gefängnis

39 der im Jahr 2017 getöteten Medienschaffenden wurden wegen ihrer journalistischen Tätigkeit gezielt ermordet. Die übrigen 26 wurden im Einsatz getötet, weil sie etwa unter Beschuss oder in einen Bombenangriff gerieten. Unter den Getöteten waren 50 professionelle Journalisten, sieben Bürgerjournalisten und acht sonstige Medienmitarbeiter. 35 Medienschaffende starben in Gebieten mit bewaffneten Konflikten, 30 außerhalb solcher Gebiete. Zehn der Getöteten und damit doppelt so viele wie im Vorjahr waren Frauen.

Die weltweit gefährlichsten Länder für Journalisten waren 2017 Syrien (zwölf Medienschaffende getötet), Mexiko (elf), Afghanistan (neun), Irak (acht) und die Philippinen (vier). Weltweit wurden in den vergangenen 15 Jahren allein 1035 professionelle Journalisten in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet.
326 Medienschaffende weltweit befinden sich zum Jahresende wegen ihrer Tätigkeit in Haft. Knapp die Hälfte von ihnen sitzt in nur fünf Ländern im Gefängnis: in China, der Türkei, in Syrien, dem Iran und Vietnam. Zudem wurden bis Ende 2017 weltweit 54 Medienschaffende entführt. Mit Ausnahme von zwei Journalisten, die von den separatistischen „Volksrepubliken“ im Osten der Ukraine festgehalten werden, konzentrieren sich diese Fälle vollständig auf Syrien, den Jemen und den Irak. 

Die vollständige Jahresbilanz der Pressefreiheit 2017 finden Sie hier.

Inhaftiert sind die Medienschaffenden in nur fünf Ländern: in China, der Türkei, in Syrien, dem Iran und Vietnam. (c) Reporter ohne Grenzen
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Inhaftiert sind die Medienschaffenden in nur fünf Ländern: in China, der Türkei, in Syrien, dem Iran und Vietnam. (c) Reporter ohne Grenzen
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