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Rennen um die bundesweite Privat-TV-Lizenz kann beginnen

Raiffeisen, Styria und RTL sind nicht unter den Bewerbern um die bundesweite Lizenz - Murdoch, die Soravia-Brüder und die kanadische Chum-Gruppe sehr wohl

Letztendlich haben sich um die bundesweite terrestrische Privat-TV-Lizenz und um die drei terrestrischen Ballungsraum-TV-Lizenzen in den Ballungsräumen Wien, Linz und Salzburg doch mehr Konsortien beworben als ursprünglich angenommen. Gleich sieben Bewerber wollen sich wirtschaftliche Wagnis bundesweites Privatfernsehen antun: Nämlich die ATV Privatfernseh GmbH (Tele München, SBS, UPC), die zu 100 Prozent im Besitz von Goldstar-TV-Macher Gottfried Zmeck stehende Mainstream Media GmbH & Co KG, die Rupert Murdochs Sky Global Network sowie Vivendi zugerechnete Stream S.p.A. aus Rom, die von Hanno und Erwin Soravia ins Leben gerufene Kanal 1 Fersehbetriebsgesellschaft mbH, die von Radio-Energy-Gesellschafter Mag. Florian Nowak gemeinsam mit der kanadischen Chum-Gruppe (u.a. City TV Toronto) gegründete Ganymedia Network GmbH sowie der Grazer Videoproduzent Andreas Sattler und Mag. Franz Josef Glasl aus dem niederösterreichischen Karnabrunn.



Zmeck ohne Kirch



Dass sich der Medienlegionär und Tele-München-Chef Herbert Kloiber mit ATV bewerben würde, war mehr oder minder klar. Auch Gottfried Zmecks Bewerbung hatte man erwartet. allerdings in einer deutlich anderen Form: Statt mit Kirch, Raiffeisen und Styria stellt der aus Österreich stammende Medienmanager seinen Antrag für die bundesweite Lizenz in Eigenregie. "Die Verhandlungen wurden bis zuletzt mit gutem Willen seitens aller Beteiligten geführt. Letztendlich fielen die Entscheidungen dann anders aus, das muß man akzeptieren", so Zmeck gegenüber horizont.at. Da die Verhandlungen innerhalb des potenziellen Konsortiums, quasi erst in letzte Sekunde scheiterten, hatte Zmeck "Null Zeit, um andere Partner zu suchen". Aus diesem Grund bewirbt sich Zmeck über die Mainstream Media GmbH & Co KG, die so Zmeck "zu 100 Prozent mir gehört" für die Frequenz. Aber, setzt er nach: "Ich beabsichtige weitere Partner und Mitinvestoren zu gewinnen." Kontakte haben sich bereits am Mittwoch Nachmittag, nach Ende der Bewerbungsfrist ergeben, zeigt sich Zmeck zuverichtlich. Und sogar über eine Bewerbung aus dem Eck Vivendi/Murdoch/Berlusconi war bereits spekuliert worden. Überraschungskandidaten sind hingegen die Soravia-Brüder, die erst kürzlich gemeinsam mit Hans Dichands Sohn Christoph das Dorotheum und das Wiener Hotel Hilton erwarben, was durchaus auf ein Naheverhältnis zu Österreichs auflagenstärkster Tageszeitung schließen läßt. Erst einen Tag vor Ende der Bewerbungsfrist ließ Radio-Energy-104.2-Gesellschafter Mag. Florian Nowak anklingen, dass er sich im Verein mit der Chum-Gruppe, dem Betreiber von City TV Toronto, um die bundesweite Privat-TV-Lizenz matchen wolle. City TV Toronto wird in Fachkreisen seit Jahren als eine der wenigen TV-Stationen bewundert, die mit Ballungsraum-TV tatsächlich Geld verdient. Unbeschriebene Blätter sind hingegen die Bewerber Andreas Sattler und Mag. Franz Josef Glasl.



RTR-Chef Grinschgl: "Viele qualitätvolle Bewerbungen."



"Wir haben weit mehr qualitätvolle Bewerbungen erhalten, als viele Kritiker erwartet haben," meinte Dr. Alfred Grinschgl, Geschäftsführer des Fachbereichs Rundfunk in der Rundfunk und Telekom GmbH, dem Geschäftsapparat der KommAustria, nach Erhalt der letzten Bewerbung. Übrigens: "90 Prozent der Bewerbungen trafen in den letzten zwei Stunden vor Ende der Bewerbungsfrist bei der KommAustria ein. Und die meisten Bewerber brachten ihre Bewerbungen höchstpersönlich vorbei," so Grinschgl.

(max)(sl)

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