Renaissance statt Krise
 

Renaissance statt Krise

Medientage-Panel zur Zukunft der Printmedien: Prognose eindeutig positiv.

"Durch die steigende Ungeniertheit des ORF im Abschöpfen des Werbemarktes" werde der Wettbewerb, abgesehen von der allgemeinen wirtschaftlichen Situation härter, meinte Kurier-Chef Peter Rabl in seinem Statement zum dritten Medientage- Panel "Die Zukunft der Printmedien - Welche Chancen haben Tageszeitungen und Magazine." Das Thema an sich stieß allerdings weder bei Rabl noch bei Styria-Vorstandsvorsitzendem Horst Pirker auf große Gegenliebe. Pirker: "Die Printmedien verdienen grosso modo hervorragend. Das Fernsehen ist pleite. Und auch Radio und Internet bringen kein positives Ergebnis zustande."

Von Krise will auch Wolfgang Fellner, publizistischer Gesamtverantwortlicher der Verlagsgruppe News, nichts hören. Es handle sich vielmehr um eine Renaissance des Marktes. Dass neue Magazine Erfolg haben können würde das Beispiel Woman beweisen. Während es am Magazinsektor und vor allem im Radio- und TV-Bereich eine Fülle von Innovationen gebe, müsse man die Renaissance im Bereich der überregionalen Tageszeitungen allerdings erst definieren. "Wir müssen noch stärker die Rolle des Content Providers übernehmen", lautet das Rezept von Der Standard-Chefredakteur Gerfried Sperl. Die Presse-Chefredakteur Andreas Unterberger hat heuer massiv die Lokal- und Regionalberichterstattung ausgeweitet und ist aus einem pragmatischen Grund von der Zukunft der Printmedien überzeugt: "Die Zeitung wird überleben, weil bisher nur dort journalistische Funktion in einer finanzierbaren Art und Weise stattfindet."

Der Vorstoß von Auto Touring-Chefredakteurin Elisabeth Pechmann, Win-Win-Situationen zwischen Medien, Unternehmern und Lesern auszuschöpfen und gemeinsam zu "gestalten", ist für Rabl inakzeptabel. Er sei Journalist und kein Mediengestalter. Auf Pechmanns Konter, dass alle Medien das bereits tun, wie man an den diversen Verlagsserien sehe, meinte Rabl: "Bei seriösen Medien sieht man, dass es sich um Anzeigenstrecken handelt." Pechaners Argumentation markiere allerdings "jenen Graben, der sich tief durch die Branche zieht", so Tiroler Tageszeitung-Chefredakteur Claus Reitan: "Der Verkauf der Brotschrift war ein Sündenfall."
juju

Die Foto-Galerie zu den Medientagen gibt es unter www.onlinefoto.at.

stats