Real Time Bidding: Advertising im Millisekund...
 

Real Time Bidding: Advertising im Millisekunden-Fight

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Bei den Medientagen wurde diskutiert, welche Vor- und Nachteile Real Time Bidding hat, und welche Chancen die anwesenden Experten dieser neuen Möglichkeit Werbung auszuspielen zusprechen

„Advertising im Millisekunden-Fight - Real Time Bidding“ hieß eines der Panels, die am dritten und letzten Tag der Österreichischen Medientage in der Wiener Stadthalle über die Bühne gingen. Unter der Moderation von Marcela Atria (atrium consulting) wurde eifrig diskutiert, welche Vor- und Nachteile Real Time Bidding (RTB) hat, wie es um den Einsatz dieser Technologie in Österreich steht und welche Chancen die anwesenden Experten dieser neuen Möglichkeit Werbung auszuspielen zusprechen.

Laut Tanja Sourek (A1 Telekom), welche am Podium die Kundenseite vertrat, ist der österreichische Markt in diesem Bereich noch nicht so weit wie andere europäische Märkte. „Das Angebot ist für uns noch nicht ausreichend da. Zur Zeit fehlt noch die Transparenz, um sich auf dieses Spiel einzulassen. Von unserer Seite muss es ein Vertrauen in das Angebot geben - das haben wir aber noch nicht.“ Auch ende der "gute Preis" oft in der näche eines Angebots, wo man überhaupt nicht platziert sein wolle.

Darauf konterte Richard Tuschkany (AdPilot): „Ich weiß genau, auf welcher Seite meine Ad läuft. Man kann das auch einschränken. Wesentlich ist immer die Zielgruppe, die man anspricht und der Algorithmus, der dahinter liegt.“ RTB ermögliche es, internetübergreifend beispielsweise User auszuschließen, die schon einen Bestellprozess gemacht haben. Tuschkany weiter: „Es geht sehr einfach, ist sehr dynamisch und transparent.“ In Bezug auf die Preise stehe RTB noch am Anfang: „Es ist ein massives Überangebot vorhanden, die Preise werden noch anziehen.“

Matthias Stöcher (Standard.at) bezeichnete RTB als eine Börse, die noch standardisiert werden muss. So könne ein Banner besser und schlechter auf einer Website platziert werden - bei gleichem Preis. Bis zur Definierung dieser Standards sei es schwer, die Produkte zu vergleichen. „Bis dahin vergleichen wir Äpfel mit Birnen“ , so Stöcher.

„Aus Perspektive der Mediaagenturen hat RTB den Vorteil, dass sich die gesamte Planungs- und Optimierungszeit extrem verkürzt“, so Herbert Pratter (Aegis Media). Weiters werden alle Platzierungen in Echtzeit laufend optimiert. Eugen Schmidt (About Media): „Auf Dauer wird sich der österreichische Markt dem RTB nicht verschließen können. Für uns als Vermarkter wird sich der Aufgabenbereich verändern.“

Wo liegt die Zukunft von RTB?

Tuschkanys Zukunfts-Prognose: „Arbeitsbezeichnungen ändern sich, die Märkte werden aufgrund der Automatisierung länderübergreifend zusammenwachsen und die Vermarkterstruktur wird es nicht mehr lange geben.“ Schmidt halte es für interessant, zu sehen, was sich bei den Agenturen durch RTB umstellen wird.

Pratter dazu: Das, was wir heute über RTB lernen, kann uns einen Ausblick auf die Zukunft geben. Wir müssen uns auf diese neue Revolution einstellen - das ist Online Marketing Planung auf nächster Ebene.“ Ihm zufolge wird der Kunde eine effizientere Kampagne haben und das mit einer unglaublichen Geschwindigkeit. Sourek : „Ich denke, die Erfahrung wird zeigen, inwieweit sich unser Onlinebudget entwickeln wird.“ Sie könne sich aber durchaus vorstellen, dass RTB bei A1 künftig ergänzend in der gesamten Onlineplanung zum Einsatz kommt.
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