Rasche Bestellung neuer Ö1-Leitung gefordert
 

Rasche Bestellung neuer Ö1-Leitung gefordert

Der Posten des Quasi-Senderchefs ist durch den Abgang von Bettina Roither seit 1. März vakant

ORF-Zentralbetriebsratsobmann Gerhard Moser fordert die rasche Bestellung der neuen Ö1-Programmleitung. Der Posten des Quasi-Senderchefs ist durch den Abgang von Bettina Roither seit 1. März vakant. Für das Arbeitsklima bei Ö1 sei dies nicht gut. "Es soll endlich entschieden werden", erklärte Moser gegenüber der APA in Richtung ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz.

Bei diesem liegt seit 22. Mai ein entsprechender Vorschlag von Radiodirektor Karl Amon, wonach Feature- und Hörspiel-Chef Peter Klein neuer Ö1-Chef werden soll. Redakteursrat und Ö1-Redakteure hatten sich zuvor mehrheitlich für Administrationschefin Ulrike Wüstenhagen ausgesprochen. Im offiziellen Hearing soll unterdessen Klein am besten abgeschnitten haben. Der ORF-Schulungsbeirat, ein paritätisch besetztes Beobachtungsgremium für Hearings, hatte allerdings die Rolle Amons im Hearing kritisiert.

Kritik am Schulungsbeirat, dem vom früheren Ö1-Chef Alfred Treiber via "Kurier" "Willfährigkeit" unterstellt worden war, wies Moser, selbst Mitglied im Schulungsbeirat, zurück. "Es wurden Verletzungen der Normen festgestellt, auf die der Generaldirektor vom Schulungsbeirat aufmerksam gemacht worden ist. Auf eine entsprechende Antwort wartet der Schulungsbeirat noch heute." Von "Willfährigkeit" kann keine Rede sein.

Trotz aller "Spekulationen und Erregungen innerhalb wie außerhalb des ORF" sollte man ohnehin "die Kirche im Dorf oder besser den Sender im Haus lassen", so Moser. "Während permanent von einem Ö1-Chef beziehungsweise einer Ö1-Chefin geredet und geschrieben wird, geht es bei der Besetzung vielmehr um die Programmleitung." Ein Ö1-Chef sei demnach organisatorisch nicht mit den Senderchefs von Ö3 oder FM4 vergleichbar. Es handle sich um eine koordinierende Funktion, ohne budgetäres Durchgriffsrecht auf die verschiedenen Abteilungen. Dem Betriebsrat sei dieser Hinweis wichtig, weil alles andere einer Organisationsänderung bedürfte, welche die Zustimmung der Belegschaftsvertreter braucht.

Dass der Posten noch immer nicht besetzt ist, sei laut Moser jedenfalls "nicht unbedingt ein Zeichen von Entscheidungsfreudigkeit. Die Rolle des Senders ist dem Generaldirektor hoffentlich sehr wohl bewusst." Das Klima bei Ö1 sei derzeit ohnehin "sehr belastet". Dazu würden nicht nur die über Monate offene Besetzung, sondern auch der Sparkurs und vor allem die vom Stiftungsrat beschlossene Absiedelung auf den Küniglberg beitragen. "Das ist ein hochgradig brisantes Gemisch."

Ein bisschen dürfte es mit der Bestellung der neuen Ö1-Leitung aber noch dauern. Bis Ende Juli könnte die Entscheidung von ORF-Chef Wrabetz fallen, hieß es am Donnerstag auf APA-Anfrage.
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