Raiffeisen: Epamedia und NÖM als Sorgenkinder
 

Raiffeisen: Epamedia und NÖM als Sorgenkinder

"Wir sind zweifelsohne nicht am Gipfel der Rentabilität", so Klaus Buchleitner

Beim Raiffeisen-Konzern (Raiffeisen Holding Niederösterreich-Wien) mit seinen 740 Beteiligungen müssen mehrere Baustellen beseitigt werden, allen voran Epamedia und NÖM. Auch die Struktur soll vereinfacht werden, kündigt Klaus Buchleitner, der neue Chef von Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien und Raiffeisen Holding, an.

"Wir sind zweifelsohne nicht am Gipfel der Rentabilität", sagte Buchleitner in einem Interview im "WirtschaftsBlatt" (Montag). "Wir optimieren unsere Struktur in der Holding". Das sei auch wegen Basel III ein Thema. Da gehe es aber nicht um die Zahl der Beteiligungen, sondern um den Aufbau. "Da kann es durchaus zu Anpassungen kommen."

Börsepläne seien derzeit bei keiner Beteiligung der Holding ein Thema. Bei der Epamedia, für die der Verkaufsprozess eingeleitet wurde, seien nach wie vor alle Optionen offen. "Es kann eine Sanierung im Alleingang sein, aber auch ein Verkauf." Ihm gehe das zu langsam, bekannte Buchleitner. Er wolle noch heuer eine Lösung haben. Würde man sich für eine Sanierung der Epamedia entscheiden, müsse man sicherlich Kapital in die Hand nehmen. Für eine Vorwärtsstrategie wären das kurzfristig zumindest 30 bis 40 Mio. Euro.

Unbefriedigend ist für den Raiffeisen-Manager auch die Situation beim Molkereikonzern NÖM. Eine Kapitalzufuhr sei aber kurzfristig nicht erforderlich. Er fordere vom Management 2013 einen Quantensprung, so dass man im darauf folgenden Jahr aus dem Gröbsten heraus sei. Die NÖM AG werde heuer positiv sein, die NÖM UK nicht. "Wenn Sie es zusammenrechnen, wird sich ein positives Ergebnis nicht ausgehen." Angesprochen auf Verkaufsgespräche für die NÖM UK sagte Buchleitner, "es gab und gibt immer wieder derartige Gespräche, bisher sind jedoch alle ergebnislos verlaufen."

In der Raiffeisen Holding erwartet Buchleitner für heuer, das Vorjahresergebnis halten zu können. Das waren 150 Mio. Euro vor Steuern. Auch der Umsatz solle heuer stabil bei 22 Mrd. Euro bleiben.

Im Bankgeschäft habe man beim Projekt einer gemeinsamen IT-Plattform - schwerpunktmäßig getragen von Oberösterreich, Niederösterreich und der Steiermark - die Hälfte des Weges hinter sich. Die Implementierung komme mit 2014. Sehr langfristig verspricht sich Raiffeisen davon Synergien in dreistelliger Millionenhöhe. Angst, dass es bei dieser IT-Umstellung zu Problemen wie derzeit bei der Bank Austria komme, hat Buchleitner nicht. "Ich glaube nicht, dass uns so etwas passieren kann, auch weil wir eine sukzessive Umstellung von Landesbank zu Landesbank machen und es daher keinen Big Bang geben kann".

(APA)
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