Raiffeisen-Boss ortet "Riesenproblem" bei der...
 

Raiffeisen-Boss ortet "Riesenproblem" bei der Mediaprint

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Stillstand zwischen Dichand und WAZ: "Alle wichtigen Entscheidungen bleiben aus" - "Gewinn könnte dreimal so hoch sein"

"Ein Riesenproblem" ortet Erwin Hameseder, Vorstandschef der Raiffeisen Holding Niederösterreich Wien, in der Mediaprint, der gemeinsamen Druck-, Anzeigen- und Vertriebsgesellschaft von "Kronen Zeitung" und "Kurier". In der aktuellen Ausgabe des "Österreichischen Journalist" beklagt er die Pattsituation zwischen den "Krone"-Gesellschaftern, der Familie Dichand und der deutschen WAZ, und die daraus resultierende Handlungsunfähigkeit. "Wichtige Entscheidungen zwischen den Gesellschaftern bleiben aus", so Hameseder.

Das betreffe zwar in erster Linie die "Krone", schwappe indirekt aber auch auf die Mediaprint über. "Wir verdienen immer in einem zweistelligen Millionenbereich. Trotzdem bin ich sehr unzufrieden. Wenn wir ordentliche Entscheidungen schon getroffen hätten oder für die Zukunft treffen würden, könnte der ausschüttbare Gewinn der Mediaprint mindestens dreimal so hoch sein wie derzeit", ist Hameseder überzeugt. In der Zeit, "als sich die Eigentümer noch vertragen haben, ging es erheblich besser".

Raiffeisen suche zwar den Kontakt zu beiden Parteien, allerdings seien "all diese Gespräche im Nichts verlaufen. Wir wissen nicht, was dahinter vorgeht. Es gab auch keine Anteilsverschiebungen, dass einer gesagt hätte, ich kaufe dem anderen die Anteile ab. Auch andere Dinge wurden nicht erledigt, im Gegenteil, es gibt immer wieder Verfahren vor Schiedsgerichten, die endlos dauern. Faktum ist, dass sich bis zum heutigen Tag nichts Positives entwickelt hat." Den Grund dafür, dass es noch nicht zu einem Auskauf eines der Gesellschafter kam, sieht Hameseder in der Bewertung der Anteile. "Wie viel sind 50 Prozent an der 'Krone' wert? Da wurde bisher kein Konsens gefunden."

Für die Mediaprint habe man auch heuer ein EGT von 20 Millionen Euro angestrebt, die werde man zwar nicht erreichen, aber es bleibe zweistellig. "Unser Ziel wäre aber schon, dass auf das eingesetzte Kapital eine Rendite von acht bis zehn Prozent herauskommt. Bei der Mediaprint hatten wir schon Renditen von 13 bis 15 Prozent, da sind wir heute weit weg davon."

Mit der Entwicklung des "Kurier" unter Chefredakteur Helmut Brandstätter ist der Raiffeisen-Boss zufrieden. Brandstätter habe einerseits bei der inhaltlichen Neupositionierung und andererseits bei der Entwicklung Richtung Qualität "hervorragende" Arbeit geleistet. Es gebe nun ein mit den Eigentümern akkordiertes Programm, "man wird in den nächsten zwei Jahren sehen, wie das weitergeht". Ein Problem für die Medienbeteiligungen der Raiffeisen ist indes das Außenwerbeunternehmen EPA Media, mit dem man schon das dritte Jahr "keine Freude" habe.

(APA)
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