Raiffeisen bleibt Medien-Platzhirsch
 

Raiffeisen bleibt Medien-Platzhirsch

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Konrad-Nachfolger Hameseder: "Für uns ein strategisches Investment" - Unglücklich mit der Mediaprint - "Über zehn Angebote" für Epamedia

Raiffeisen wird auch nach der Ära Christian Konrad ein Platzhirsch im Mediengeschäft bleiben. Der neue Obmann der Raiffeisen Holding NÖ-Wien, Erwin Hameseder, der in dieser Funktion auf Konrad folgte, sieht den Medienbereich als "strategisches Investment, das wir nicht aufgeben", wie er der "Presse" (Freitagausgabe) sagte. Auch eine Erweiterung des Portfolios wäre denkbar, sagte er, wiewohl die Wettbewerbsgesetze es Raiffeisen schwer machen würden, Zukäufe zu tätigen. "Aber ich schließe es trotzdem nicht aus."

"Wir sind der mitleidende Dritte"

Mit der Mediaprint, in der Anzeigen, Druck und Vertrieb für "Krone" und "Kurier" (hier ist Raiffeisen rund zur Hälfte beteiligt) gebündelt sind, ist man weiter unzufrieden. "Wir wollen dazu beitragen, dass sich das Verhältnis zwischen der Westdeutschen Allgemeinen und der Familie Dichand bessert. Wir sind hier der mitleidende Dritte", so Hameseder. Die beiden Hälfteeigentümer der "Krone" liefern sich seit Jahren rechtliche Scharmützel, was sich auch auf die Mediaprint auswirkt. Die WAZ ist neben der "Krone" auch am "Kurier" rund zur Hälfte beteiligt.

Epamedia mit schmerzhaften Abschreibungen

Für die Außenwerbefirma Epamedia, die Verluste schreibt und verkauft wird, gebe es mittlerweile "über zehn Angebote", so Hameseder. Dies sei die einzige Firma von der man sich eventuell trenne. "Wir mussten schmerzliche Abschreibungen – vor allem in Ungarn – verkraften."  Er schloss nicht aus, das Österreich-Geschäft zu behalten. "Wenn wir für die gesamte Gruppe aber ein gutes Angebot erhalten, verkaufen wir alles. Der Preis müsste dann ein ordentlich dreistelliger Millionenbetrag sein."
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