Radiotest: Jugend wechselt zu Wiener Privaten
 

Radiotest: Jugend wechselt zu Wiener Privaten

Radiotest für das 1. Halbjahr 2004: Radio-Hördauer der Österreicher gesunken - Regionalsender bauen Hörerschaft aus.

Während die zweiten Jahreshälfte 2003 - was die Performance der österreichischen Radiosender betrifft - durchaus mit "stabil" bezeichnet werden konnte, zeichnet sich nun laut aktuellem Radiotest für das erste Halbjahr 2004 ein anderes Bild ab: Im 1. Halbjahr spielten die Radiogeräte der Österreicher um durchschnittliche fünf Minuten kürzer: Die Hördauer der Österreicher ab zehn Jahren lag von Jänner bis Juni 2004 bei 205 Minuten - nach 210 Minuten im Vergleichszeitraum des Vorjahres. An Reichweite aber konnten die heimischen Radiostationen insgesamt geringfügig zulegen: Nach 83,4 Prozent im 1. Halbjahr 2003 hörten 83,5 Prozent der Österreicher ab zehn Jahren im heurigen ersten Halbjahr zumindest einmal pro Tag Radio. Dabei mussten vor allem die ORF-Radios Hörer abgeben: Nach 75,3 Prozent im Vergleichszeitraum 2003 erreichten die Radios des öffentlich-rechtlichen Senders heuer 75 Prozent der über Zehnjährigen. Die Privaten konnten ihre Reichweite von 21,5 Prozent in der gleichen Zielgruppe halten. In Marktanteilen entfielen 81 Prozent auf die ORF-Radios, die Privaten kommen bei Hörern ab zehn Jahren auf 16 Prozent Marktanteil.



Mit Abstand meistgehörte Radiostation des Landes ist einmal mehr das ORF-Flaggschiff Ö3, jedoch musste man im Vergleich zum 1. Halbjahr 2003 sowohl bei Tagesreichweiten als auch bei Marktanteilen zum Teil drastische Einbußen hinnehmen. Vor allem im stark umkämpften Wiener Radiomarkt wanderten Hörer ab: Die Ö3-Tagesreichweite bei den werberelevanten 14- bis 49-Jährigen sank von 47,2 auf 38,9 Prozent. Zulegen konnte da indes so mancher Privater: Reichweitenstärkster Privatsender der Bundeshauptstadt ist in der Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Hörer Radio Energy - der Jugendsender steigerte seine Tagesreichweite von 10,7 auf immerhin 13,4 Prozent. Auch Kronehit konnte seine Reichweite in der werberelevanten Zielgruppe im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr von 4,8 auf 5,5 Prozent ausbauen, 88.6 büßte indes Hörer ein und erreichte nach 8,9 nur mehr 7,6 Prozent der 14- bis 49-Jährigen, Antenne Wien liegt nun nach 4,6 Prozent bei 4,0 Prozent Tagesreichweite. Mit "Oldies und Schlagern" erklomm Radio Arabella trotz des leichten Hörerrückgangs im 1. Halbjahr 2004 erneut den Rang des meistgehörten Privatsenders bei den Wiener Hörern ab zehn Jahren: 11,0 Prozent Tagesreichweite weist der Radiotest dem Schlagersender in der Hauptstadt aus.



Die "älteren" Regionalradios des ORF bauten im Gegensatz zu Ö3 sowohl Marktanteile als auch Tagesreichweiten aus. Auf hohem Niveau weiter steigern konnten sich in "ihren" Regionen auch die Antennen in der Steiermark (24,2 Prozent, 14-49) und Vorarlberg (19,2 Prozent, 14-49) sowie das oberösterreichische Life Radio, das bei den 14- bis 49-jährigen Oberösterreichern auf nunmehr 18,1 Prozent Tagesreichweite kommt.

In HORIZONT 30-31/2004, der am 23. Juli erscheint, finden Sie die HORIZONT MEDIA-FAKTEN zu den Radiotest-Ergebnissen für das erste Halbjahr 2004, mit Statements der Chefs aller erhobenen Radiosender und umfangreichem Tabellenmaterial

Die Tagesreichweiten aller erhobenen Radios (auch im Vergleich zum 1. Halbjahr 2003) können Sie in folgender PDF-Datei ersehen:

Radiotest 1. Halbjahr 2004



(jed)

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