Radiotest für das 1. Halbjahr 2014
 

Radiotest für das 1. Halbjahr 2014

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Täglich werden 191 Minuten Radio gehört, ORF-Flotte ist dominant, RMS-Top-Kombi wächst konsequent weiter

Der aktuelle Radiotest bringt zunächst ein paar schöne Zahlen für das Medium: 80,7 Prozent der Österreicher, die älter als zehn Jahre sind, hören täglich mehr als 191 Minuten Radio. Eine Zahl, die nicht nur über die Jahre stabil ist, sondern sogar leicht in der Gesamtbevölkerung steigt.

13.031 Österreicher wurden im aktuellem Radiotest für das erste Halbjahr 2014 nach ihren Sendervorlieben und Hörgewohnheiten befragt. Die Ergebnisse sind in der kurzfristigen Betrachtung durchaus stabil, längerfristig bestätigen sich manche Entwicklungen.

So sind die ORF-Radiosender nach wie vor mit Spitzenpositionen österreichweit, in den Bundesländern mit Ö3 sowie auch den Regionalradios voran. Allerdings knabbern die Privatradiostationen konsequent an den Marktanteilen.

Als Werbemedium konnte der Hörfunk laut Focus im Jahr 2013 insgesamt 189 Werbemillionen auf seinem Konto verbuchen, das waren rund 4,6 Prozent des gesamten Werbeaufkommens, wobei 108 Millionen den ORF-Radios und 81 Millionen den Privatradios zugute kamen.

ORF-Radios erreichen 67 Prozent der Radiohörer

Zu den Ergebnissen: Die ORF-Radioflotte gesamt ist im Vergleich zum Vorjahr mit aktuell 67 Prozent (zuletzt 68 Prozent) Tagesreichweite in der Gesamtbevölkerung stabil.

Der reichweitenstärkste Sender des Landes bleibt Flaggschiff Ö3 mit 36,5 Prozent Reichweite österreichweit, 45,3 Prozent sind es in der Zielgruppe 14–49, die als „werberelevant“ gilt. Niederösterreich (14–49: 55,1)  und Burgenland (14–49: 54,8) wie auch Radio Salzburg (14-49: 49,1) sind Ö3-Hochburgen, Wien ist das schwächste Bundesland (14–49: 31,2).

Die regionalen ORF-Radios liegen gesamt bei 31,6 Prozent, Radio Burgenland (44,6 Prozent) und Radio Kärnten (41,8 Prozent) sind die stärksten regionalen Ö2-Angebote. Ö1 erreicht österreichweit bei 8,6 Prozent (10+) – Wien, Salzburg und die Steiermark sind besonders affin für hochwertige Radioinhalte. FM4 werden 3,5 Prozent ausgewiesen, der Sender ist in Wien (4,2), Salzburg (4,1) und Vorarlberg (4,0) stark.

Zuwachs für Private

Ein Blick in die Privatradiowelt des Landes zeigt Vielfalt. Die RMS Top-Kombi verzeichnet einen kleinen Zuwachs innerhalb der Schwankungsbreite und liegt bei 28,8 Prozent Reichweite (1. Halbjahr 2013: 28,5), bei den 14- bis 49-Jährigen sind es 36,6 im Vergleich zu 36,0 Prozent im Vorjahr.

Der stärkste Private bleibt mit der Kernzielgruppe 25–35 der einzig nationale Privatsender Kronehit, der sich bei den 14- bis 49-Jährigen über 18,2 Prozent nationale Reichweite (+1,1 Prozentpunkte) freut und in NÖ (24,8), dem Burgenland (21,9) und OÖ (21,5) seine stärksten Auftritte hat.

Superfly im Hoch, oe24 im Tief

In Wien steht das „private“ Match zwischen Kronehit und Radio Energy bei 15,5 zu 10,0 Prozent in der Zielgrupee 14-49. Radio Wien kommt bei den 14- bis 49-Jährigen auf 9,2 Prozent Reichweite, es ist der am jüngsten positionierte Ö2-Sender des ORF. Ö1 verliert (10+: 12,3 auf 11,1, 14-49: 8,5 auf 6,7) bei jungen Hörern. FM4 hat in Wien bei 14–49 aktuell 6,3 Prozent Reichweite. Radio Arabella (10+: 7,6; 14-49: 4,9) ist stabil, 88,6 bei den für den Sender relevanten 14- bis 49-Jährigen ebenso (von 5,6 auf 5,8, 10+: 4,6). „Soul Radio“ Superfly gewinnt deutlich an Hörern (14-49: von 2,0 auf 3,4 Prozent, 10+: 1,6 auf 2,4). Antenne Wien, seit Herbst 2013 umbenannt in oe24, scheint mit diesem Namen noch nicht bei allen Hörern angekommen zu sein (14-49: von 2,9 auf 1,2 Prozent, 10+: 2,2 auf 1,6).

Im Burgenland dominiert der ORF-Regionalsender mit 44,6 Prozent­ Reichweite bei den Hörern 10+ das Feld, gefolgt von Ö3 (14-49: 54,8, 10+: 40,4) und Kronehit (14-49: 21,9; 10+: 14,4).

In der Steiermark liegt, wenn auch deutlich hinter Ö3 (14-49: 44,9, 10+: 36,2) und dem ORF-Regionalsender (14-49: 19,6;10+: 32,8) auf privater Seite Antenne Steiermark (14–49: 23,4; 10+: 19,4) vor Kronehit (14–49: 16,7; 10+: 11,3); Soundportal punktet bei den jungen, Radio Grün Weiß bei den älteren Semestern. Auch Radio West und Welle 1 sind zu hören, Radio Energy hat keine Frequenz mehr am Markt.

In Kärnten legt die Antenne Kärnten (14–49: 27,8; 10+: 18,6) zu und ist damit nahezu gleichauf mit Radio Kärnten (14-49: 30,0 Prozent, 10+: 41,5 Prozent). Ö3 ist unangefochtener Erster mit 46,2 Prozent Reichweite in der Zielgruppe 14-49 (10+: 34,8).

In Oberösterreich dominieren Kronehit (14-49: 21,5; 10+: 15,1) und Life Radio (14-49: 16,9; 10+: 13,1) den Privatradiomarkt, auch Radio Arabella, Welle 1 und Lounge FM werden, wie natürlich die ORF-Sender (Ö3: 48,3 bei 14-49, 10+: 39,6 und Ö2: 13,1 und bei 14-49; 29,0 bei 10+) ob der Enns gehört.

In Salzburg ist Radio Salzburg stark (10+: 34,3; 14-49: 22,5), Ö3 liegt bei den "Werberelevanten" bei 49,1 Prozent Reichweite (10+: 37,5); bei den Privaten rangiert Antenne Salzburg (14-49: 14,0; 10+: 11,7) vor Radio Energy (14-49: 11,0; 10+: 7,9), Kronehit (14-49: 9,1; 10+: 6,9) und Welle 1 (14-49: 8,6; 10+: 5,6).

In Tirol dominiert nach Ö3 (14-49: 47,7; 10+: 32,6) und Ö2 (14-49: 21,9; 10+: 32,6) Kronehit den Privatradiomarkt mit 15,4 Prozent (10+: 11,0) vor Radio U1 (14-49: 10,9; 10+: 11,8), das deutlich zulegen konnte, Radio Energy und Life Radio Tirol (14-49: beide 9,6), Antenne Tirol und Welle Tirol.

In Vorarlberg liegt hinter Ö3 (14–49: 44,5; 10+: 33,5) und Radio Vorarlberg (10+: 36,8; 14-49: 24,5) bei den Privaten der Russmedia-Sender Antenne Vorarlberg (14–49: 24,9; 10+: 18,9) bei den "Werberelevanten" vor Kronehit (14–49: 14,9; 10+: 10,3).

Viele Radiostationen sind oft nur in ­Teilen der Bundesländer zu hören, mit Ausnahme von Kronehit, den Life-­Radio- und Antenne-Sendern. Mehr Information finden Sie in HORIZONT 30, ET: 25. Juli und im HORIZONT-Dossier zum Radiotest in HORIZONT 31, ET: 1. August 2014.
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