Radio wächst noch weiter
 

Radio wächst noch weiter

APA / Hochmuth
75,5 % der Gesamtbevölkerung erreicht Radio inzwischen wieder. Bei den 14- bis 49-Jährigen ist der Anteil auf 73,2 Prozent gestiegen.
75,5 % der Gesamtbevölkerung erreicht Radio inzwischen wieder. Bei den 14- bis 49-Jährigen ist der Anteil auf 73,2 Prozent gestiegen.

Der aktuelle Radiotest kann mit beeindruckend steigenden Kernwerten punkten – und bildet zugleich einen neuen harten Kampf um Reichweiten und Marktanteile ab.

Es gab Zeiten, da freuten sich Radiomacher selbst über das kleinste Plus bei Reichweiten und Hördauer. Geht es nach dem neuen Radiotest zum Gesamtjahr 2019, wirkt das wie eine lange vergangene, düstere Ära. Allein die durchschnittliche Hördauer in der „werberelevanten“ ­Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen ist im Jahresabstand um weitere 14 Minuten auf 185 Minuten pro Tag gestiegen.

Damit ist nicht nur eine Delle von fünf Jahren ausgebügelt, sondern ein Wert erreicht, der nur noch 19 Minuten vom Alltime-Rekord (204 Minuten/Radiotest 2011_2) entfernt liegt. Noch besser sieht es wie immer im Sample für die ­Gesamtbevölkerung (10+) aus, wo inzwischen 201 Minuten täglich erreicht werden können. Das schlägt naturgemäß auch bei den Angaben für die Reichweiten auf: Die Gesamt-reichweite (Montag bis Sonntag) der Mediengattung ist bei den 14- bis 49-Jährigen signifikant von 71,6 auf 73,2 Prozent gestiegen, bei der Gesamtbevölkerung von 75,5 auf 77,3 Prozent.

Schon bis zu 266 Minuten täglich

Auch die Reichweiten befinden sich bereits seit zwei Jahren im Aufwärtstrend, allerdings mit moderateren Zuwächsen als bei der Hördauer. In anderen Worten: Eine weiter leicht steigende Zahl von Hörerinnen und Hörern verbringt inzwischen deutlich mehr Zeit mit Radio als noch vor einigen Jahren. Der absolute Spitzenwert (Kärnten, Gesamtbevölkerung, wochentags) liegt hier bei beachtlichen 266 Minuten.

Die Reichweitendaten der einzelnen Sender spiegeln wider, dass unter diesen das Ringen um einen möglichst großen Anteil an der gewachsenen und treueren Hörerschaft voll entbrannt ist. Insgesamt weist der aktuelle Radiotest (siehe Grafik unten) 18 signifikante Reichweitenveränderungen bei der Gesamtbevölkerung und sieben bei den 14- bis 49-Jährigen aus. Vor einem halben Jahr waren es nur zehn signifikante Reichweitenänderungen bei der Gesamtbevölkerung und sechs bei den 14- bis 49-Jährigen.

Horizont

Konkurrenzkampf fordert Opfer

Gerade der belebte Konkurrenzkampf schafft nicht nur Gewinner, sondern auch Verlierer. Zusehends werden dabei die einzelnen Bundesländer zu voneinander abgekoppelten Kampfschauplätzen. Nicht umsonst sind etwa sowohl die aktuell größten Reichweitenzugewinne als auch ­-verluste in Kärnten zu finden, wo ­kronehit unter den erstarkten Reichweiten von Radio Kärnten und Antenne Kärnten ­leidet.

Nicht zu vergessen ist zudem, dass es mit Radio Austria aus dem Medienhaus Österreich einen Mitbewerber gibt, der durch seine erstmalige Zählung noch abseits von Zuwächsen und Verlusten steht. 2,1 Prozent national bei den 14- bis 49-Jährigen und 1,8 Prozent bei der Gesamtbevölkerung (10+) weist der Radiotest für den Sender aus.

Im Match zwischen Öffentlich-Rechtlich und Privat hat der ORF durch das fortgesetzte Erstarken der Bundesländer-Sender, aber auch Zuwächsen für Ö3, wo die Programm-Adaptierungen der letzten Zeit offenbar greifen, und weiterem Wachstum für Ö1 die Nase vorne und liegt derzeit bei 65 Prozent Marktanteil (14–49), die in der RMS-Top-Kombi vereinten Privatsender bringen es auf 35 Prozent.•

Alle Ergebnisse zum Radiotest im Detail samt den Daten der Bundesländer sowie Statements und Strategien der Marktteilnehmer lesen Sie im Dossier Radiotest in HORIZONT 6.

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