Radio Research Day: "Always better with Radio...
 

Radio Research Day: "Always better with Radio"

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Die Speaker und Gastgeber des RRD v.l.: Doris Ragetté, Joachim Feher, Doris Klauser-Dannecker, Markus Gull, Anja Hettesheimer, Sven Gabor Janszky und Leopold Grübl.
Die Speaker und Gastgeber des RRD v.l.: Doris Ragetté, Joachim Feher, Doris Klauser-Dannecker, Markus Gull, Anja Hettesheimer, Sven Gabor Janszky und Leopold Grübl.

Neben der Keynote von Sven Gabor Janszky gab es zahlreiche weitere Highlights wie die Verleihung der RMS Radio Awards.

Zwei große Themen der Welt außerhalb des Radios zogen sich durch den 19. Radio Research Day im Wiener Palais Niederösterreich: Der Rückzug des Wiener Langzeit-Bürgermeisters Michael Häupl und die DSGVO, die in wenigen Stunden in Kraft treten würde. So gratulierte RMS-Geschäftsführer Joachim Feher den Anwesenden, die DSGVO-Agenden offensichtlich schon erledigt zu haben. In seiner Eröffnungsrede erinnerte Feher auch an das 20-jährige Bestehen des Radiovermarkters: "Wir sind der Pubertät entsprungen, aber immer noch immer jung und hungrig". So würden die kreativsten, lustigsten und leidenschaftlichsten Menschen beim Radio arbeiten, zählte Feher nur einige der Vorzüge des Mediums auf. Radio gebe es überall, vom klassischen UKW über Streaming bis zu DAB+ - und "5G wird uns ganz neue Möglichkeiten bieten", meinte Feher. "The Future is now" griff der RMS-Geschäftsführer das Thema des Tages auf. "Die Zukunft hat begonnen, wir sind mitten im Transformationsprozess." Dabei könne sich Radio eines großen Assets rühmen: "Audio kann überall dabei sein - nicht aufdringlich, aber mächtig". "Wir tun uns leicht, wegzuschauen, aber wir können nicht weghören." Zum Finale gab Feher der Zuhörerschaft neben der Wichtigkeit von Sprachsteuerung, bei der Radio mittendrin sei, noch mit auf den Weg, auf unverwechselbare Audiosignale zu bauen: "Kennen Sie Earcons? Die werden Sie in Zukunft brauchen". 

In der folgenden Keynote spannte Zukunftsforscher Sven Gábor Janszky einen weiten Bogen von Quantencomputern über Gedankensteuerung zu Immobilien aus dem 3D-Drucker, um das Publikum auf äußerst leidenschaftliche und mitreißende Art mit auf einen Trip in die Zukunft zu nehmen. Für die nahe Zukunft von 2028 unter anderem das Anschalten von Dingen, die wir heute noch nicht anschalten können, als großes Thema - wie etwa einen Kleiderkasten, der Outfit-Vorschläge machen kann. Auf das Radio bezogen brachte Janszky einen adaptiven Radiomoderator ins Spiel, etwa "für hunderttausende Hörer gleichzeitig auf hunderttausend verschiedenen Intelligenzlevels". Seinen fulminanten Vortrag beendete Janszky mit einem Foto seiner Kinder und einem Aufruf: "Machen Sie das Radio, das meine Kinder 2018 lieben werden".

Nicht nur Doris Ragetté, Head of Research & Communication bei der RMS, konstatierte "Gänsehaut" nach Janszkys Keynote. Danach war Zeit für zwei erfolgreiche Case Studies. Doris Klauser-Dannecker (Eckes-Granini) und Leopold Grübl (Mindshare) pflanzten dem Publikum erfolgreich den Yo-Radiospot-Ohrwurm ein. Das eingängige Kinderlied wurde von den Hörern zu 91 Prozent als fröhlich eingestuft und zeigte einen sehr hohen Wiedererkennungswert (88% der befragten Personen konnten sich an mindestens einen Inhalt des Spots erinnern), besonders hoch war der Wert in der anvisierten Zielgruppe der 20- bis 35-Jährigen). Sehr zufrieden zeigte sich auch Anja Hettesheimer (PHD) mit ihrer Kampagne für den Hybrid-Kleinwagen Toyota Yaris. Angesichts des hart umkämpfen Segments und der Tatsache, dass durchschnittlich immer nur drei Prozent der Österreicher auf Autosuche seien, setzte man auf größtmögliche Reichweite bei vergleichsweise preiswerten Aufwendungen. Die Wahl fiel auf eine Kombination aus UKW- und Webradio, auch UKWWW genannt, die eine Netto-Reichweite von 82,2 Prozent bzw. eine Million Ais in der Kombi erbrachten. "Always better with Radio", schloss Doris Ragetté.

Einen wahren Parforceritt durch die Welt-Geschichte (der Werbung) legte dann "The Story Dude" Markus Gull hin. Mit viel Leidenschaft und Witz veranschaulichte er die Bedeutung des Storytelling, der Grundlage für Kaufentscheidungen und die Funktion von Marken, gipfelnd in einem "Wake-up-Call für die Branche": "75% der Menschen wollen Bedeutung von Marken, aber nur 40 Prozent der Marken haben Bedeutung", meinte Gull. Der klassische Marketing-Kreis aus Product, Price, Place, Promotion müsse um "Purpose" und "People" erweitert werden. Von "Marken sind Helden" zu "Marken machen Helden" und von einem Push- zu einem Pull-Faktor müsse die Reise gehen. Radio habe dabei den besonderen Vorteil, dass die Bilder im Herzen entstehen würden. "Findet und teilt eure Story, dann bekommen wir das Kostbarste unserer Kunden: Nicht Geld, sondern Zeit.

RMS Radio Awards
Als Grande Finale wurden danach die RMS Radio Awards verliehen, bestimmt von den Hörern. In der Kategorie Newcomer siegte der "simply good"-Spot von Delikatessa mit den Agenturen Merlicek & Grossebner und OMD. Bei den Top Sellern hatte die Gesprächseinladung von Gösser (Brau Union, McCann Wien, Starcom Austria) die Nase vorn. Und bei den Permanent Performern, die über lange Zeit hohen Werbedruck aufweisen und weiter Steigerungen verzeichnen, flog die "perfekte Welle" von Austrian Airlines mit PKP BBDO und UM Panmedia auf Platz eins.

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