Radio punktet weiter
 
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Steigende Hördauer in der Gesamtbevölkerung zeigt der aktuelle Radiotest. Die Sender weisen sanfte Veränderungen ohne gravierende Verschiebungen auf.

Dieser Artikel erschien zuerst in der Ausgabe 4/2019 des HORIZONT. Noch kein Abo? Hier klicken.

Mit einer durchschnittlichen Hördauer von 183 Minuten in der Gesamtbevölkerung bleibt die Beliebtheit des Mediums Radio nicht nur hoch, sie steigt im Vergleich auch um vier Minuten an – der neuen digitalen Konkurrenz rund um Spotify und Co offenbar zum Trotz. Das zeigen die Ergebnisse des aktuellen Radiotest 2018_4 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch bei den jüngeren Hörern in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen ist der Radiokonsum mit 171 Minuten (minus eine Minute) ungebrochen hoch. Ebenfalls untermauert wird der Stellenwert des Mediums mit einer Tagesreichweite von 71,6 Prozent in der „werberelevanten“ Zielgruppe sowie von 75,5 Prozent bei der Gesamtbevölkerung ab zehn Jahren. Allerdings sank als schlechte Nachricht für Gattungsvertreter die Reichweite von Radio gesamt im Vergleich in beiden Zielgruppen signifikant.

Reichweitenkaiser am heimischen Äther bleibt das ORF-Flaggschiff Ö3, das das Ranking der bundesweiten Sendermarken weiterhin deutlich anführt: 31,7 Prozent Tagesreichweite listet der Radiotest in der Gesamtbevölkerung, 36,7 Prozent in der jüngeren Zielgruppe. Dabei zeigt sich jedoch ein signifikanter Rückgang. Ebenfalls rückläufig ist die Tagesreichweite von Ö3 in der Gesamtbevölkerung als auch bei 14-49 am hart umkämpften Wiener Markt sowie in Tirol, in der jüngeren Zielgruppe verliert Ö3 im Burgenland und in Oberösterreich, in der Gesamtbevölkerung in Vorarlberg.

Bei den bundesweiten Radiosendern bleibt KroneHit als einziger privater, nationaler Radioveranstalter mit 11,1 Prozent Tagesreichweite in der Gesamtbevölkerung zweitstärkster Sender und zeigt sich mit nicht signifikanten Veränderungen stabil. Einen Verlust musste KroneHit bei den jungen Hörern (14-49) in der Steiermark hinnehmen, in Oberösterreich wächst der Sender wiederum im Vergleich zum Vorjahr. Die ebenfalls bundesweit ausstrahlenden und erfassten ORF-Sender Ö1 sowie FM4 verbuchen stabile Tagesreichweiten.

ORF und RMS-Sender stabil

Österreichweit gesehen dominieren die ORF-Radios mit einer Tagesreichweite von 60,5 Prozent den Radiomarkt weiterhin. Die private Konkurrenz, größtenteils von der RMS vermarktet und in der RMS Top Kombi gelistet, erreicht 27,3 Prozent. Beide Werte sind in der Gesamtbevölkerung stabil, da die Veränderungen statistisch nicht signifikant ausfallen. Einzig bei der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen müssen beide Verluste hinnehmen.

Marktaufteilung

In Sachen Marktanteilen bleibt der ORF bestimmende Kraft und erreicht in der Gesamtbevölkerung 74 Prozent (nach 71 Prozent im Vorjahreszeitraum). Die RMS Top Kombi liegt bei 26 Prozent (25 Prozent). In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen liegen die ORF-Sender bei 64 Prozent (nach 60 im Vorjahreszeitraum), die RMS Top Kombi bei unveränderten 36 Prozent. Ö3 liegt in der Gesamtbevölkerung an der Spitze mit unveränderten 31 Prozent Marktanteil, bei den 14- bis 49-Jährigen sind es 40 Prozent.

Alle Ergebnisse zum Radiotest im Detail samt der Daten der Bundesländer sowie Statements und Strategien der Marktteilnehmer lesen Sie in einem ausführlichen HORIZONT-Dossier nächste Woche.

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