radio klassik statt ,Kirchensender‘
 

radio klassik statt ,Kirchensender‘

Radio Stephansdom heißt jetzt radio klassik, ist bei DAB+ dabei und erwartet Regionallizenz in Graz. Werbeauftritt von Mark II ab Juli

Dieser Artikel erschien bereits am 5. Juni in der HORIZONT-Printausgabe 23/2015. Hier geht's zur Abo-Bestellung.

Das Problem – nein, besser: Thema – ist den Verantwortlichen bekannt: Radio Stephansdom, seit 1998 in Wien auf Frequenz 107,3 on air, wird als „Kirchensender“ assoziiert. Für Letzteres steht der Eigentümer Erz­diözese Wien – und die Übertragung der „großen Messen mit Chor und hohem Niveau der Zelebration“ (Chefredakteur Christoph Wellner) am Sonntag um 10:15 Uhr … das war’s aber fast schon in Sachen „Kirchensender“. Denn, wie Marketingleiter Nikolaus Stockert nicht müde wird zu – nein, nicht predigen – auszuführen: „Radio Stephansdom ist der Klassik- (und Kultur-)Sender unter den österreichischen Privatradios.“

Geschäftsführer Carl Rauch (verdiente seine Sporen bei Horst Pirker in der Styria, lernte bei Axel Springer Berlin/München und ist seit 2013 bei Radio Stephansdom) und sein Co Christoph Wellner, vom Start weg in Sachen Programm dabei, gehen nun in die Offensive: Seit 1. Juni firmiert der Privatsender als „radio klassik“ (bewusst klein geschrieben!), „Stephansdom“ ist lediglich Zusatz – und wird voraussichtlich zum Jahreswechsel auch in Graz on air gehen (die Medienbehörde hat die vormalige Radio Graz Frequenz dem nunmehrigen radio klassik zugeschlagen, Einsprüche der Mitbewerber werden derzeit vom Verwaltungsgerichtshof entschieden).

„Wir hätten gerne noch Linz und Salzburg“, betonen Rauch und Wellner im Gespräch mit HORIZONT. Auch beim Testversuch DAB+ in Wien (siehe Seite 1) ist radio klassik dabei: „Die Tonqualität, der rauschfreie Klang von DAB+ kommt vor ­allem Hörern klassischer Musik zugute“. Mit der Restrukturierung des Programms wurde die Website www.radioklassik.at neu aufgesetzt (mit neuem Kulturkalender für Klassik-Fans); beim Projekt Radioplayer – siehe HORIZONT 51/2014 – der Privaten ist radio klassik an Bord. Laut eigenen Untersuchungen hören im Tagesschnitt rund 75.000 Menschen in Wien das nunmehrige radio klassik; Rauch und Wallner orten ein Potenzial von 300.000 Klassik-Aficionados. Zum Vergleich: ORF Ö1 erreicht in Wien rund 170.000 Hörer ab zehn Jahren täglich. Zur werblichen Positionierung wurde nach Agentur-Screening Markus Hubers Mark II eingeladen – der entwickelte für radio klassik den Claim „Gefühle einschalten“.

Ab 1. Juli starten Plakat-, Print- und Onlinesujets: „Unser Ziel ist es, mit noch mehr klassischer Musik und Information möglichst viele neue Hörer zu ­gewinnen und unserem Stamm­publikum weiterhin Vertrautes zu bieten.“ radio klassik wird sich auch selbst vermarkten: Der traditionelle Werbespot passt nicht ganz zur Klassik-Tonalität, radio klassik setzt auf „Informercials“, die inhouse erstellt werden. Wiewohl, betonen Rauch und Wellner, natürlich Radiospots – „wenn die Tonalität passt“ – will­kommen sind.
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