"Quoten sind das Adrenalin unseres Jobs"
 

"Quoten sind das Adrenalin unseres Jobs"

Johannes Brunnbauer
Dynamisch wie eh und je: Georg Kofler und Gerold Riedmann, nach der Devise "trifft ein Tiroler einen Vorarlberger in Wien"
Dynamisch wie eh und je: Georg Kofler und Gerold Riedmann, nach der Devise "trifft ein Tiroler einen Vorarlberger in Wien"

Medien-Ikone Georg Kofler im Talk auf den Österreichischen Medientagen 2019 mit Gerold Riedmann.

Seine Dynamik ist sprichwörtlich, Georg Kofler von der Social Chain Group erklärte sein Comeback im Mediengeschäft ganz lapidar: "Eine Weihnachtsfeier mit 500 Pensionisten ist nicht so interessant wie eine Weihnachtsfeier mit 500 Medienleuten". Der umtriebige Manager stand Gerold Riedmann von Russmedia unter dem Motto "Wenn ein Tiroler einen Vorarlberger in Wien trifft" auf "vorgewärmten Stühlen" Rede und Antwort. Kofler wollte sich, befragt nach dem Status Quo der Medien, "nicht auf den Grabesgesang" einstimmen.

TV sei noch immer Leitmedium, habe jedoch bei den unter 25-jährigen verloren, so Kofler. Als Beispiel nannte er, nunmehr in Manchester tätig, das Mediennutzungsverhalten der 16- bis 24-jährigen in UK, wo diese Zielgruppe auf 2:22 Stunden Videonutzung auf Social Media pro Tag käme. Natürlich hätten die neuen Medien auch etwas Gutes, forderten sie doch die alten heraus.Im übrigen erweise sich Social Media als "eine riesige Kommunikations-Arena".

Lob für den ORF

Kofler konstatierte, dass zwischen TV und Social Media "eine Gesamtkommunikation" stattfinde. Dabei lobte er den ORF, der schon immer innovativer und moderner als vergleichsweise ARD oder ZDF gewesen sei. Im Folgenden plauderte der Manager "aus dem Nähkästchen" seiner aktuellen Arbeit. So baue er in Manchester mit 700 Mitarbeitern mit der Social Chain Group (Umsatz 200 Millionen Euro) ein integratives TV auf und plane den Gang an die Börse.

Aus guten Gründen: "Wenn du an der Börse bist, musst du das bringen, was du versprichst. Wenn du ein High Performer sein willst, braucht man diesen Druck". Deshalb seien auch Quoten "das Adrenalin jedes Fernsehmachers". Im Marketing werden, so Kofler, die Anforderungen immer höher. "Neue, interaktive Kommunikation ist brutaler, weil alles gemessen wird". Die messbare Transparenz setze professionelle Influencer unter Druck.

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