Public-Private-Partnership für Messen?
 

Public-Private-Partnership für Messen?

Die deutschen Messestrukturen sind im Umbruch begriffen.

Stehen die großen, deutschen Messegesellschaften vor umwälzenden Veränderungen in ihren Eigentumsverhältnissen? Der Geschäftsführer der KölnMesse, Jochen Witt, vertrat in seinem Statement im Rahmen des diesjährigen Deutschen MesseForums die Ansicht, daß "die goldenen Jahre der etablierten deutschen Messeveranstalter" vorbei seien. Als Ursachen dafür nennt Witt die Tendenz zu Überkapazitäten durch die großen Gelände, das wachsende Engagement privater Veranstalter als Nischenanbieter, die Konzentration in Industrie und Handel sowie die finanziellen Nöte der öffentlichen Eigentümer. Dazu gesellten sich die Globalisierungseffekte, die relativ dünne Präsenz deutscher Veranstalter im Ausland und die wachsende Konkurrenz der Neuen Medien in Vertrieb und Präsentation.


Auch die großen deutschen Veranstalter sind mittelständische Unternehmen, meint Witt, die die Herausforderungen durch Globalisierung und Digitalisierung nur schwer aus eigener Kraft bewältigen könnten. Die gegenwärtigen Anteilseigner (Stadt, Land, Kammern) haben vor allem die Umwegrendite und Aktivitäten am Standort im Visier. Öffentlich-rechtliche Strukturen erschweren rasches Handeln im internationalen Wettbewerb.


Witt fordert daher neue Allianzen im In- und Ausland, Kooperationen und Joint-Ventures auf allen messeaffinen Gebieten. Für die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit böten sich aber nur Formen des Public-Private-Partnership an. Witt denkt dabei insbesondere an andere Medienunternehmen. So gibt es seit geraumer Zeit Gerüchte um einen Einstieg der Bertelsmann-Gruppe bei der KölnMesse. (spr)

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