Proteste gegen Redaktionsauslagerung bei "Pre...
 

Proteste gegen Redaktionsauslagerung bei "Presse"

Bauer fürchtet, dass es nicht bei der Auslagerung einer einzigen Redaktion bleibt, sondern dass Ausgliederungen zum Modell für Redaktionen insgesamt werden könnten.

Die Journalistengewerkschaft in der GPA-djp will die von der Tageszeitung "Die Presse" geplante Auflösung der Sportredaktion nicht protestlos hinnehmen. In Absprache mit dem "Presse"-Betriebsrat sollen nächste Woche Solidaritätsmaßnahmen diskutiert werden, so Gewerkschaftsvorsitzender Franz C. Bauer. Bauer fürchtet, dass diese Auslagerung nur ein erster Schritt zur Auflösung der herkömmlichen Redaktionen sein könnte und ortet eine schwere Belastung für die laufenden Kollektivvertragsverhandlungen.

"Ich halte die Auslagerung der Sportredaktion für einen Schritt, der uns zeigt, dass es die Gegenseite mit den laufenden Verhandlungen nicht ganz ernst meint", so Bauer. Dass dies geschehe, "während wir versuchen, genau diese Thematik zu lösen, halte ich für mehr als merkwürdig". Bauer fürchtet, dass es nicht bei der Auslagerung einer einzigen Redaktion bleibt, sondern dass Ausgliederungen zum Modell für Redaktionen insgesamt werden könnten - "da geht es um ein Prinzip", warnt der Gewerkschafter.

In der kommenden Woche sollen die seit Jahren laufenden Verhandlungen zwischen dem Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) und der Gewerkschaft in eine neue Runde gehen. Grundsätzlich sei man sich schon sehr nahe gekommen, so Bauer. Detailregelungen stünden noch bei der Arbeitszeit aus, Annäherungsbedarf gebe es noch bei den Fragen des Urheberrechts sowie den Übergangsbestimmungen. Bauer hofft, noch in der ersten Jahreshälfte zu einem Beschluss zu kommen - sollte das nicht gelingen, dürften die Verhandlungen aus Sicht der Gewerkschaft als gescheitert gelten. (APA/red)
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