Protest: ORF.at-Team fordert transparentes Au...
 
Screenshot HORIZONT

Die geplante Bestellung eines zweiten ORF.at-Chefredakteurs sorgt weiter für Unmut in der Belegschaft. In einer Resolution, die bei einer Betriebsversammlung der ORF Online und Teletext GmbH & Co am Donnerstag einstimmig verabschiedet wurde, wird gefordert, die Besetzung des Postens jedenfalls 'nach den im ORF üblichen Regularien (Auswahlprozess mit Kommission und Hearing) durchzuführen'.

"Bei einem derart relevanten Zukunftsprojekt für das ganze Haus ist es besonders wichtig, dass Prozesse transparent und nachvollziehbar ablaufen - noch dazu in einem öffentlich-rechtlichen Medienhaus. Es wäre auch völlig unverständlich, wenn sich Bewerberinnen und Bewerber für gleichwertige Posten im Haus einem Hearing stellen müssen, aber ein Chefredakteur in einer Tochter nicht. Die Glaubwürdigkeit der Besetzung hängt nicht zuletzt auch von nachvollziehbaren Regeln ab", heißt es in dem Schreiben, das an Generaldirektor Alexander Wrabetz sowie die beiden ORF.at-Geschäftsführer Karl Pachner und Roland Weißmann adressiert ist.


Bisher gebe es keine klaren Ansagen der Geschäftsführung, wie das Auswahlprozedere ablaufen soll, hieß es aus der Belegschaft zur APA. Sie argumentiere, dass das übliche Prozedere des Auswahlverfahrens mit Kommission und Hearing für ORF-Töchter nicht gelte. Die Bewerbungsfrist ist am vergangenen Sonntag abgelaufen. Für die Position soll es 14 Bewerber geben, darunter sowohl Personen von ORF.at als auch aus dem Mutterkonzern sowie von extern.

Bereits vor zwei Wochen wandte sich die ORF.at-Redaktionsvertretung in einem Mail an Wrabetz, Weißmann und Pachner. Einen weiteren Chefredakteur neben Gerald Heidegger "betrachtet die Redaktionsvertretung als Pauschalkritik an ORF.at und unserer bisherigen jahrzehntelangen äußerst erfolgreichen journalistischen Arbeit", hieß es darin. "Dass in Medien bereits ein erster Name - die Person hat notabene null Onlineerfahrung - kursiert, untergräbt die Glaubwürdigkeit des ORF." Dem Vernehmen nach wird Christian Staudinger, Sendungschef der "ZiB"s (mit Ausnahme der "ZiB 2").

Weißmann: 'Veränderung erzeugt immer Unruhe'

Auch gegen eine Chefredaktion mit geteilten Aufgaben wehrt sich die Redaktionsvertretung. Außerdem gibt es Befürchtungen, dass auf diesem Weg die Unabhängigkeit von ORF.at untergraben werden könnte. Angesprochen auf die "Aufregung" der Belegschaft sagt Weißmann, ORF.at-Geschäftsführer und Projektleiter des Players, im Interview mit dem HORIZONT: "Veränderungsprozesse erzeugen immer Unruhe. Was verständlich ist. Wir nehmen das ernst und sind in ständigem Austausch mit der Redaktion. Aber ganz konkret: Das Newsroom-Modul der neuen Plattform wird in ganz enger Abstimmung mit der 'blauen Seite' entstehen. Wir legen dort strategisch mehr Aufgaben und Ressourcen hin. Für die erweiterten Anforderungen und deren Bewältigung sind zwei Chefredakteure notwendig."

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