ProSiebenSat.1 erwägt neue Strukturen
 

ProSiebenSat.1 erwägt neue Strukturen

APA (dpa)

Enttäuschende Zahlen zum deutschen TV-Geschäft lassen die Aktie von ProSiebenSat.1 abstürzen. Der Konzern erwägt nun eine Neuordnung der Strukturen und neue Partnerschaften.

Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 rechnet bei den deutschsprachigen TV-Sendern mit einem Umsatzrückgang im mittleren einstelligen Bereich im Vergleich zum Vorjahresquartal, wie das Unternehmen mitteilte. Eigentlich sollte der Umsatz in dem Bereich zulegen, die Investoren sind nun enttäuscht: Am Dienstag fiel die Aktie zweistellig, kurz vor 16 Uhr lag sie rund 14 Prozent im Minus.

Für einen außerordentlichen Gewinn von 319 Millionen Euro im laufenden Quartal sorgt allerdings der Verkauf des Flugreiseportals Etraveli an den Finanzinvestor CVC. Dem steht aber eine Abschreibung auf das klassische Fernsehgeschäft gegenüber. Auf die Cash-Position - also das Geld auf der hohen Kante - wirke sich das aber nicht aus.

Der Dax-Konzern kann das schwache Werbegeschäft zudem mit guten Geschäften in anderen Bereichen ausgleichen: Für das Gesamtjahr erwartet ProSiebenSat.1 weiterhin ein Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich, der Gewinn soll ebenfalls höher ausfallen als im Vorjahr, als das Unternehmen 3,8 Milliarden Euro Umsatz und ein EBITDA von 1,2 Milliarden Euro erzielte. 

Neue Strukturen geplant

Der Medienkonzern erwägt nun, Unternehmensbereiche zusammenzulegen und externe Partner an Bord zu holen. Kern der Überlegungen sei die Schaffung einer Unterhaltungssparte, teilte der Dax-Konzern mit.

Demnach wird geprüft, die Sendergruppe mit den Flaggschiffen SAT.1 und ProSieben mit dem Bereich Digital Entertainment zusammenzufassen. Zu dieser Sparte gehört etwa die Onlinevideothek Maxdome. Ziel sei, mittelfristig Geld zu sparen.

Zudem will ProSiebenSat.1 in dem Bereichen Content Production und Commerce schneller wachsen. Dafür könnte sich der Konzern nach eigenen Angaben Investoren an Bord holen und auch über Zusammenschlüsse sprechen. "Die Überprüfung beinhaltet auch die Möglichkeit für potenzielle künftige Börsennotierungen", erklärte das Unternehmen. Details sollen am 9. November vorgestellt werden.

Der Bereich Content Production ist etwa für die Vermarktung von Fernsehsendungen zuständig. So kümmert sich die Tochter Red Arrow um den weltweiten Vertrieb der US-Krimiserie "Bosch", die vom Onlinehändler Amazon.com in Auftrag gegeben wurde. Der Bereich Commerce umfasst verschiedene Internetdienste- und händler, darunter das Vergleichsportal Verivox, den Erotikartikel-versand Amorelie oder den Onlineoptiker Brille 24.
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