Prominente fordern Erhalt des ORF-Funkhauses
 

Prominente fordern Erhalt des ORF-Funkhauses

Die Absiedelung der betreffenden ORF-Radios und des Wiener Landesstudios sei "eine Fehlentscheidung"

Einen von rund 1.400 Personen des heimischen Kulturlebens unterzeichneten offenen Brief hat der ORF-Stiftungsrat erhalten. Darin wird neuerlich der Erhalt des Funkhauses in der Wiener Argentinierstraße eingefordert. Die Absiedelung der betreffenden ORF-Radios und des Wiener Landesstudios sei "eine Fehlentscheidung", wie betont wird.

Der Brief ist nach der "Geburtstags-Kundgebung" der Initiative "Radio muss im Funkhaus bleiben" Anfang Oktober nun der nächste Versuch, die ORF-Geschäftsführung bzw. das oberste ORF-Gremium zu einer neuerlichen Befassung mit der Standortfrage zu bewegen. Im von Autor Gerhard Ruiss und Schauspieler Karl Markovics verfassten Schreiben wird auf die "breite Allianz gegen dieses Vorhaben" verwiesen, die für die ORF-Radios die Nähe zur Innenstadt als "unabdingbare Voraussetzung" ansieht. "Ein multimedialer Newsroom am Küniglberg kann niemals den jetzigen Standortvorteil für die Radios wettmachen."

Der Erfolg eines Senders stelle sich "nicht durch zentral generierten Einheitsbrei, sondern durch ein ausdifferenziertes Angebot für unterschiedliche Zielgruppen" ein. "Dazu bedarf es auch unterschiedlicher Arbeitswelten und Herangehensweisen." Das vom ORF ins Treffen geführte Einsparungspotenzial durch die Zusammenlegung der Wiener ORF-Standorte wird indes stark bezweifelt, sei doch zu befürchten, dass "die bei solchen Großprojekten regelhaften Baukostenüberschreitungen nicht nur die erhofften Einsparungen auffressen, sondern darüber hinaus weiteren Personalabbau und damit eine Verschlechterung des Programmangebots erzwingen würden".

Als Lösung erhofft man sich, dass das Funkhaus seine Aufgabe als Radiozentrum nicht verlieren werde, sondern "die Sender ihrer Bedeutung entsprechend an ihrem bisherigen Standort" aufgewertet werden. "Wenn Sie der Bedeutung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, wie er sich in unserem Land spezifisch darstellt, entsprechen wollen, muss dies ganz in Ihrem Sinn sein", heißt es abschließend. Unterzeichnet wurde der offene Brief bis dato etwa von Eva Blimlinger, Erhard Busek, Maria Hofstätter, Friedrich Cerha, Olga Neuwirth, Alfred Dorfer oder Elfriede Jelinek.
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