Privatsenderverband fordert nachhaltiges Refo...
 

Privatsenderverband fordert nachhaltiges Reform- und Finanzierungskonzept

VÖP/Michael Gruber
„Medienstandort Österreich muss von innen heraus gestärkt werden“, so VÖP-Geschäftsführerin Corinna Drumm.
„Medienstandort Österreich muss von innen heraus gestärkt werden“, so VÖP-Geschäftsführerin Corinna Drumm.

Das neue zukunftsorientierte Modell für den Medienstandort Österreich soll eine Kooperation zwischen ORF und Privatmedien ermöglichen, umfangreiche Public Value-Leistungen sicherstellen, die Besteuerung von Online-Mediengiganten festsetzen sowie die öffentliche Förderung von Digitalprojekten beinhalten.

„Wir befinden uns in einer Medienkrise“, hält Corinna Drumm, Geschäftsführerin des Verbands Österreichischer Privatsender, wenige Tage vor den „Österreichischen Medientagen“ fest. „Facebook, Google & Co bedrohen die demokratischen Grundwerte der europäischen Staaten und sie zerstören die lokalen Medienmärkte. Europäische Medien sind durch den harten Wettbewerb mit den öffentlich-rechtlichen Anbietern geschwächt und nur schwer in der Lage, den Online-Giganten aus den USA erfolgreich etwas entgegenzusetzen.“ Deshalb braucht der Medienstandort Österreich laut dem Privatsenderverband ein nachhaltiges Reform- und Finanzierungskonzept. Das Angebot an qualitätsstarken Medieninhalten müsse für die Österreicher aufrechterhalten und ausgebaut werden. Bereits nach der Medienenquete des Bundeskanzleramts im Juni gab es laut Drumm einen klaren Handlungsauftrag an die Politik und an die Medienbranche: „Der Medienstandort Österreich muss von innen heraus gestärkt werden, um der digitalen Dominanz und den gesellschaftlichen Risiken, die von den Medienangeboten der Digitalgiganten ausgehen, etwas entgegenzusetzen.“

Gefordert wird mehr Kooperation zwischen ORF und den Privatmedien. Die kommerzielle Konkurrenz um Werbeerlöse müsse entschärft werden, aber auch eine Zusammenarbeit im Bereich Infrastruktur oder Content sei notwendig. Der ORF muss, so der Privatsenderverband, seine Anstrengungen zur Bereitstellung von Public-Value-Inhalten vorantreiben und gleichzeitig mit den Privatmedien partnerschaftlich zusammenarbeiten. Die Entschärfung des Konkurrenzverhältnisses dürfe aber nicht die Werbewirtschaft durch Werbezeitbeschränkungen schädigen und auch der Umfang der Public-Value-Angebote des ORF sollte nicht unter finanziellen Einbußen leiden. Diese Voraussetzungen könnten eine Zusammenarbeit zwischen ORF und privaten Medien etwa im Bereich der Bereitstellung von Programminhalten, der Werbevermarktung oder der technischen Verbreitung von Inhalten ermöglichen, ist der Privatsenderverband überzeugt. Sinnvoll wären auch Kooperationen bei digitalen Forschungs- und Entwicklungsprojekten im Rahmen von Public-Private-Partnerships.

Eine weitere Forderung des Privatsenderverbands ist erneut die Digitalsteuer für Google, Facebook & Co, sowie die medienrechtliche Regulierung dieser Plattformen mit dem Ziel ein Level-Playing-Field zu schaffen. Die Erlöse sollten anschließend wieder in die Digitalentwicklung des Medienstandorts investiert werden. „Von den österreichischen Medien wird – zu Recht – ein wichtiger gesellschaftspolitischer Beitrag erwartet. Damit sie diesen Beitrag leisten können, muss der Medienstandort und mit ihm die Vielfalt und die Qualität der Medienlandschaft abgesichert werden. Die Probleme sind analysiert und vermessen. Nun wollen wir in einem vom Medienminister geführten, konstruktiven Dialog die passenden Lösungsansätze entwickeln und umsetzen“, so Drumm.

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