Privatradios feiern heute ihren 5. Geburtstag
 

Privatradios feiern heute ihren 5. Geburtstag

Österreichs Privatradiolandschaft zeichnete sich in den ersten fünf Jahren durch eine hohe "Änderungsbereitschaft" aus.

Die fünf Jahre seit dem kollektiven Privatradiostart im April 1998 haben im heimischen Privatradio-Business Spuren hinterlassen - Kaum ein Stein ist auf dem anderen geblieben. Bei den meisten Sendern hat sich die Gesellschafterstruktur geändert, bei den wenigsten sind noch jene Geschäftsführer in Amt und Würden, die die Sender einst aus der Taufe gehoben haben. Noch augenscheinlicher sind die zahlreichen Format- und Namenswechsel in Privatradio-Österreich.



Der eigentliche Startschuß der Privatradioära in Österreich erfolgte jedoch nicht erst an jenem denkwürdigen 1. April 1998, sondern schon sehr viel früher: Das 1993 beschlossene und 1994 in Kraft getretene Regionalradiogesetz ermöglichte im Jahr 1995 - nach der Erteilung einer Lizenz an zehn Antragsteller - den offiziellen Privatradiostart in Österreich: Allerdings gingen damals nach der Aufhebung wesentlicher Teile des Privatradiogesetzes durch den Verfassungsgerichtshof nur zwei der zehn Lizenzhalter tatsächlich on air: In der Steiermark ging im September 1995 die Antenne Steiermark auf Sendung, ein Monat später folgte in Salzburg Radio Melody, nachdem sich die beiden Betreiber mit den Beschwerdeführern gegen ihre Lizenzerteilungen geeinigt hatten. 1997 wurde eine Novelle zum Regionalradiogesetz beschlossen, die am 1. Mai 1997 in Kraft trat und zur Vergabe von rund 50 Privatradiolizenzen führte.

Der 1. April 1998 war schließlich ein großer Tag in der Radiogeschichte Österreichs: Erstmals stemmten sich dem ORF-Hörfunk-Monopol flächendeckend private Anbieter entgegen. Die Ziele der einzelnen Sender waren hoch gesteckt, die Stimmung der Redaktions- und Verkaufsteams dementsprechend euphorisch. Und dann kam doch alles anders, als sich die privaten Herausforderer das so vorgestellt hatte. Die ORF-Radios, allen voran das Flaggschiff Ö3, dominierten weiter die Reichweiten- und Marktanteilserhebung Radiotest, den Privatradios gelang es nach der ersten "Kennenlern"-Phase nur bedingt, die Hörerschaft langfristig an sich zu binden. Und so reagierten die ersten Privaten bereits wenige Monate nach dem Sendestart auf die nur bescheidenen Leistungswerte: und zwar mit Umpositionierungen. Anstatt es über einen längeren Zeitraum mit ein und demselben Programmformat zu versuchen, suchten viele Privatradiobetreiber ihr Heil in der Flucht in neue Formate.

Und falls Sie die Übersicht über die Radioszene in Österreich verloren haben, empfehlen wir Ihnen dieses PDF downzuloaden oder HORIZONT 13/2003 zur Hand zu nehmen und die Seiten 20 und 21 aufzuschlagen.



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