Privat-TV-Seminar: Rechenkünstler unter sich
 

Privat-TV-Seminar: Rechenkünstler unter sich

Eine Podiumsdiskussion zur Finanzierbarkeit von Privatfernsehen im Rahmen eines Privat-TV-Seminars des Verlags Medien und Recht.

"Rechnet sich Privatfernsehen in Österreich?", diese Frage warf Dr. Alfred Grinschgl, RTR-Geschäftsführer für den Rundfunkbereich, den Diskutanten bei einem vom Verlag Medien und Recht veranstalteten Fachseminar zum Thema Privat-TV hin. Die Antworten, die er auf diese Frage bekam, deckten so ziemlich das gesamte Meinungsspektrum ab. Am Podium: Charlotte Ruby (IPA Plus), Reinald Walter (ehemaliger Chef von tv.münchen), Markus Breitenecker (SevenOne Media Austria), Thomas Madersbacher (TIV) und Tillmann Fuchs (ATV). "Keinerlei Chancen für überregionales TV in Österreich" sieht Walter, zumal es sich hier um einen "gut sortierten und total besetzten Markt" handle und "Free-TV in seine Endphase eingetreten ist". Für soviel Pessimismus mußte sich Thomas Madersbacher gleich bedanken. Er ist Geschäftsführer des Wiener Kabelsenders TIV und steht in erster Reihe bei der Bewerbung für eine Frequenz für den Raum Wien. "Die bestehenden Programmangebote decken keineswegs alles ab", so Madersbacher, daher sei es sehr wohl möglich mit dem richtigen Programm auf diesem schwierigen Markt erfolgreich zu sein. In die gleiche Kerbe schlägt ATV-Chef Tillmann Fuchs. Bei einem Marktanteil von bis zu 7 Prozent, einem TKP von 350 Schilling ließen sich - so Fuchs' Kalkulation - Nettowerbeeinnahmen von einer Milliarde Schilling erlösen. Nicht ganz so optimistisch gibt sich Charlotte Ruby, Österreich-Vermarkterin der RTL-Sender: "Bei uns wird noch gerechnet", so Ruby, die was die Refinanzierung von österreichweitem Privat-TV erst 2012 einen Lichtstreif am Horizont sieht." Optimistischer gibt sich hingegen ihr "Fensterkollege" aus der ProSieben SAT.1-Familie, Markus Breitenecker: "Bundesweites Fernsehen wird sehr schwierig, aber in der richtigen Formation kann es sich rechnen", erst recht - so Breitenecker - unter Miteinbeziehung von Transaktionsfernsehen (Call In-Sendungen mit Mehrwertnummern, Home Shopping etc.).



(sl)

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