'Print ist kein sterbender Dinosaurier'
 

'Print ist kein sterbender Dinosaurier'

Elisabeth Kessler
Medientage 2015 Tag1 am WU Campus, am 22.09.2015 | (c) Medientage/Kessler
Medientage 2015 Tag1 am WU Campus, am 22.09.2015 | (c) Medientage/Kessler

Unter der Moderation von HORIZONT-Redakteur Herwig Stindl widmeten sich Heinz Stiastny (Repuls) und Erwin Vaskovich (VivaKi) frei nach dem Panel-Titel "Print ist doch geil" der Daseinsberechtigung von Gedrucktem und gedruckter Werbung

"Die Entwicklung der Werbegelder entwickelt sich grosso modo nicht zum Vorteil der Printmedien, das wissen wir alle. Ein Trend, der national wie international seit vielen Jahren stattfindet und sich auch weiter fortsetzen wird. Der Anteil von Print am Werbekuchen, der sich generell nicht im Wachstum befindet, wird kleiner und fällt anderen Mediengattungen zu, insbesondere zu Gunsten von Fernsehwerbung und digitaler Werbung", so Erwin Vaskovich, CEO der VivaKi Group Austria, zum Status Quo von Print(-werbung). Nichtsdestotrotz, so ergänzt er, war und ist Österreich vergleichsweise immer noch ein "Printland" – geändertes Medienkonsumverhalten und digitale Transformation hin oder her.

Auch Heinz Stiastny, Geschäftsführer von Repuls, findet: Print hat "vor allem aufgrund seiner Nachhaltigkeit" eine Existenzberechtigung. Die Vorsicht, die Marketingabteilungen heutzutage walten lassen, wenn es um Printwerbung geht, sei in erster Linie darauf zurückzuführen, "dass sich Controller mehr und mehr in Marketingabteilungen einschleichen – darunter leidet die kreative Qualität", so seine Einschätzung. "Richtig, wir leiden unter den Controllern und den internationalen Vorgaben, denen sie sich beugen müssen", pflichtet Anett Hanck (Geschäftsleitung Sales der Gratiszeitung "Heute"), als Gast in der ersten Reihe sitzend, bei.  

"Die meisten Printmarken haben die digitale Transformation verschlafen und es nicht geschafft, relevante Onlineauftritte aufzubauen, die nicht nur ein Abklatsch des gedruckten Mediums ist – vorbildlich agiert haben hier 'Spiegel' und 'Der Standard', aber das waren ja auch First Mover", kritisiert Vaskovich. Aus der Sicht von Werbetreibenden und Mediaagenturen hätten diese Auftritte oft also keinen planerischen Sinn. Hier gilt es für Printmedien also, ihr Auftreten zu überdenken.

Nein, Print ist kein sterbender Dinosaurier – hier sind sich die beiden einig und an einen nahenden Tod ist längst nicht zu denken. Aber: Printmedien müssen entsprechend auf strukturelle Veränderungen, die digitale Transformation und das geänderte Nutzungsverhalten reagieren und ihre Inhalte Offline wie Online relevant gestalten. Nur dann dürfen sie, frei nach dem Titel des Panels, ohne weiteres von sich behaupten: "Print ist doch geil!"
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