Print-Ableger: ATV macht ein "Bauer sucht Fra...
 

Print-Ableger: ATV macht ein "Bauer sucht Frau"-Magazin

Der TV-Sender kooperiert für das Heft mit Styria und der Post. Der ORF und andere Sender mischen bereits am Markt des Gedruckten mit.

Dieser Artikel erschien bereits in der HORIZONT-Printausgabe 21/2016 vom 27. Mai. Hier geht's zum Abo

Arabella Kiesbauer ist nach wie vor eine sehr verlässliche Quotenbringerin für den Privatsender ATV. Erst vor Kurzem startete mit "Wirt sucht Frau" ihre neue Sendung, die Marktanteile lagen auf einem guten Niveau. ATV-Chef Martin Gastinger konnte das Format zudem nach Deutschland an RTL II verkaufen. An das Original kommt das Spin-off aber nicht heran: "Bauer sucht Frau" zählt auch elf Jahre nachdem die erste Sendung über die Bildschirme flimmerte zu den erfolgreichsten Eigenproduktionen des Senders. Die Reichweiten liegen in der Regel zwischen 200.000 und 300.000, die Marktanteile deutlich über dem Senderschnitt. 

Da ist die Versuchung natürlich groß, den Erfolg noch ein bisschen auszuweiten. Und genau das plant ATV nun. In Zukunft soll nämlich alle zwei Monate "Bauer sucht Frau – das Magazin" auf den Markt kommen, die Erstausgabe erscheint bereits am 30. Mai. ATV-Verkaufschefin Ina Bauer sagt über das Projekt: "Das Kerngeschäft von ATV ist die Produktion exklusiven Contents in Form von Eigenproduktionen wie beispielsweise 'Bauer sucht Frau'. Dass crossmediale Distribution über diverse Endgeräte hinaus funktioniert, verdeutlicht neben der hervorragenden TV-Quote der Erfolg unseres Onlineangebots. Nun setzen wir einen weiteren Schritt im Content Marketing und präsentieren das erste Printmagazin zu einer ATV-Sendung."

Wie die Leser das Content-Marketing-Produkt annehmen, dürfte spannend und auch von anderen Sendern genauestens beobachtet werden. Der Trend hin zu Printproduktionen von TV-Sendern ist jedenfalls zu erkennen: 3sat bringt dreimal im Jahr ein eigenes Kulturmagazin auf den Markt und seit Oktober 2015 hat auch der Frauensender sixx, der zur ProSiebenSat.1-Gruppe gehört, einen eigenen Printableger. 

"ORF nachlese" seit 1979

Ein weiteres Beispiel für ein Print-Magazin, das aus dem TV heraus entstanden ist, ist die ORF nachlese. Der Monatstitel erscheint bereits seit 1979 und soll alle Bereiche des TV-Programms der Sendeanstalt abdecken. Hinzu kommen diverse Servicethemen. Ohne die TV-Inhalte würde es die ORF nachlese gar nicht geben, sagt Kommunikationschef Martin Biedermann, der gleichzeitig auch als Herausgeber des Magazins fungiert. "Die 'ORF nachlese' darf sich von jeher über sehr stabile Publikumsakzeptanz freuen, wir sind ­eines der größten Monatsmagazine in Österreich." Man habe schon ­immer darauf geachtet, die Leser "dort abzuholen, wo sie sich in ihrem ganz persönlichen Lebensbereich tatsächlich befinden".

Die ORF nachlese kam laut ÖAK 2015 auf eine Druckauflage von 103.852 Stück, verkauft wurden 68.020 Exemplare. Die Media-Analyse 2015 bescheinigte dem Titel eine nationale Reichweite von 5,7 Prozent. "Was wir wollen, ist, unaufdringlicher, respektvoller Begleiter des Publikums und der ORF-Programme in allen Lebenslagen sein", sagt Biedermann.

Styria und Post mit an Bord

Das "Bauer sucht Frau"-Magazin von ATV entsteht in Kooperation mit der Styria Content Creation. Als Vertriebspartner konnte man die Post mit ins Boot holen. Das Heft wird in 500 Post-Filialen in ganz Österreich erhältlich sein, zum Start beträgt die Auflage 100.000 Stück. 

Der Erstling umfasst zudem 32 Seiten und soll das gesamte Universum der Sendung zeigen: So erfahren die Leser, was aus den Kandidaten der vorangegangenen Staffeln wurde und was die aktuellen Bauern ausmacht. Hinzu kommen Dating-Tipps, Rezepte und ein Eventkalender. Chefredakteurin ist Alexandra Khoss, die Art Direction hat Jenny ­Fiala übernommen. 

"Content Marketing wirkt"

Martin Distl, Managing & Creative Director bei Styria Content Creation, sagt zum Heft: "Das 'Bauer sucht Frau'-Magazin ist ein weiteres schönes Beispiel aus dem Hause Styria Content Creation dafür, dass guter Inhalt nicht nur über einen Medienkanal ausgespielt werden kann und dass Content Marketing wirkt." Man biete den Konsumenten "spannend aufbereiteten Content und Storytelling".
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