Presserat stärkt Schutz vor Diskriminierungen
 

Presserat stärkt Schutz vor Diskriminierungen

Neue Bestimmung führt nun auch Diskriminierungen wegen einer Behinderung oder wegen des Geschlechts an

In seiner gestrigen Sitzung hat der Trägerverein des Presserats - ihm gehören die Journalistengewerkschaft (gpa-djp), der Zeitungsverband (VÖZ), der Regionalmedienverband (VRM), der Presseclub Concordia, der Verein der Chefredakteure und der Zeitschriften- und Fachmedienverband (ÖZV) an – einstimmig beschlossen, den Schutz vor Diskriminierungen durch Medien im Ehrenkodex für die österreichische Presse besser zu verankern.

Das Diskriminierungsverbot wurde in einen eigenen Punkt 7 des Ehrenkodex aufgenommen und lautet: "Jede Diskriminierung wegen des Alters, einer Behinderung, des Geschlechts sowie aus ethnischen, nationalen, religiösen, sexuellen, weltanschaulichen oder sonstigen Gründen ist unzulässig."

"Beitrag zur Integration behinderter Menschen leisten"

Die neue Bestimmung führt nun auch Diskriminierungen wegen einer Behinderung oder wegen des Geschlechts an, die bisher im Ehrenkodex nicht ausdrücklich erwähnt worden sind. Gerade Menschen mit Behinderung seien über Jahrhunderte hindurch ausgegrenzt worden, lautet es in einer Aussendung. „Der Presserat möchte durch den ausdrücklichen Hinweis auf den Schutzanspruch dieser Bevölkerungsgruppe im Ehrenkodex ein Zeichen setzen und einen Beitrag zur Integration behinderter Menschen leisten“, heißt es weiter.

Auch der Schutz vor Diskriminierungen wegen des Geschlechts sei dem Presserat ein Anliegen. Die beiden Senate des Presserats hätten bereits in einigen Entscheidungen deutlich gemacht, dass sie Diskriminierungen gegenüber Frauen in Zeitungsartikeln nicht zulassen.

Oscar Bronner, Präsident des Trägervereins, zur neuen Bestimmung: "Medien haben auch die Aufgabe, Vorurteile abzubauen. Der Schutz Schwacher, von Minderheiten oder von anderen gesellschaftlichen Gruppen vor medialer Diffamierung und Desavouierung betrifft die Menschenwürde im Kern. Allen Beteiligten beim Presserat ist es wichtig, Diskriminierungen durch Medien anzuprangern."
stats