Presserat rügt "Kronen Zeitung" und "Österrei...
 

Presserat rügt "Kronen Zeitung" und "Österreich"

Wegen Diskriminierung von Migranten und Leichenfotos

Der Presserat hat wieder einmal Rügen an zwei Boulevardmedien erteilt. Die "Kronen Zeitung" fiel dem Kontrollorgan mit einer unzulässigen Diskriminierung von Migranten auf, und "Österreich" habe zum wiederholten Mal postmortal den Persönlichkeitsschutz verletzt, indem es Fotos einer Leiche - diesmal die des Natascha Kampusch-Entführers Wolfgang P. - veröffentlichte. Beide Zeitungen sind nicht Mitglieder des Presserates.

Die "Krone" behauptete Ende 2011, dass im Wiener AKH jährlich "50 kranke Inzest-Babys" geboren werden, "zumeist Migrantenkinder aus sozial schwachen Familien". Als einzige Quelle für diese Behauptungen wurde "ein Mediziner des AKH" angeführt. Auf Nachfrage des Presserates konnte die Presseabteilung des AKH diese Aussagen allerdings nicht bestätigen. Der Presserat befand daher, dass es "im Sinne einer korrekten und gewissenhaften Recherche" notwendig gewesen wäre, die Aussagen des anonym gebliebenen Mediziners durch einen Re-Check zu überprüfen und dadurch entweder zu untermauern oder zu relativieren. Dies ist unterblieben. "Die Behauptung, dass es sich bei den Inzest-Babys zumeist um Kinder aus sozial schwachen Migrantenfamilien handelt, die schwere Behinderungen aufweisen, ist - wenn dies wie hier nicht fundiert belegt wird - nach Meinung des Senats eine unzulässige Diskriminierung von Migranten", urteilte der Presserat.

(APA)
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