Presserat mit neuer Bestimmung zum Opferschut...
 

Presserat mit neuer Bestimmung zum Opferschutz und Fallstatistik 2018

Der Presserat zog bei seiner heutigen Jahrespressekonferenz Bilanz für das Jahr 2018. Die Senate des Presserats behandelten im Vorjahr insgesamt 302 Fälle, in 30 Fällen stellten sie Verstöße gegen den Ehrenkodex für die österreichische Presse fest.

Der Trägerverein des Presserats nahm in seiner Sitzung am 7.3. 2019 einen neuen Unterpunkt 5.4 in den Ehrenkodex für die österreichische Presse auf, der folgendermaßen lautet: Auf die Anonymitätsinteressen von Unfall- und Verbrechensopfern ist besonders zu achten. Die Identität eines Opfers kann insbesondere dann Preis gegeben werden, wenn dazu eine amtliche Veranlassung vorliegt, wenn das Opfer eine allgemein bekannte Person ist oder das Opfer bzw. nahe Angehörige in die Preisgabe eingewilligt haben.“ Gerade im Hinblick auf die Serie an Frauenmorden seit Jahresbeginn sendet der Presserat damit ein deutliches Signal an die Medien, den Opferschutz ernst zu nehmen.

Kronen Zeitung und Österreich mit den meisten Verstößen

Der Presserat zog bei seiner heutigen Jahrespressekonferenz Bilanz für das Jahr 2018. Die Senate des Presserats behandelten im Vorjahr insgesamt 302 Fälle, in 30 Fällen stellten sie Verstöße gegen den Ehrenkodex für die österreichische Presse fest. Drei Ethikverstöße wurden als geringfügig eingestuft und daher bloß „Hinweise“ ausgesprochen. Nachfolgend die Fallzahlen 2018 für einzelne Medien und in Klammer dazu jeweils die medienethischen Verstöße: „Kronen Zeitung“ 75 Fälle (15), „Österreich“ 34 (5), „Wochenblick“ 8 (2), „Heute“ 19 (2), gefolgt von „alles roger?“ und „Zur Zeit“ mit jeweils einem Fall und einem Verstoß. In sechs Fällen wurden die Senate eigenständig aktiv; dabei wurden drei Ethikverstöße festgestellt. Die meisten Ethikverstöße betrafen Persönlichkeitsverletzungen (Punkt 5 des Ehrenkodex), einige auch Diskriminierungen von Personengruppen (Punkt 7 des Ehrenkodex).

Im Rahmen der Pressekonferenz wurde auch noch auf zwei neue Senatsmitglieder hingewiesen: Anita Kattinger („Kurier“, Senat 2) und Christian Uchann („Bezirksblätter Burgenland“, Senat 1). Den Tätigkeitsbericht 2018, in dem einige der oben genannten Fälle genauer beschrieben werden, sowie eine detaillierte Fallstatistik finden Sie unter www.presserat.at.

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