Presserat: "Krone"-Kolumnist Jeannee verstößt...
 

Presserat: "Krone"-Kolumnist Jeannee verstößt gegen Ehrenkodex

Glosse zu zwei Raubüberfällen verletze Menschenwürde - Verfahren aufgrund von Lesermitteilungen eingeleitet

Eine Glosse der "Kronen Zeitung" hat den österreichischen Presserat in seiner jüngsten Sitzung beschäftigt. Kolumnist Michael Jeannee schrieb in der Ausgabe vom 7. Juli über zwei Raubüberfälle, bei denen die mutmaßlichen Täter von den Opfern offenbar in Notwehr erschossen wurden. Mit der Aussage, dass Räuber mit einer Kugel zu rechnen und diese auch verdient hätten, verstoße Jeannee gegen den Ehrenkodex der österreichischen Presse, wie in einer Aussendung mitgeteilt wurde.

Konkret sieht der Presserat die Menschenwürde durch die Kolumne verletzt. Die Aussagen des Autors seien nicht mit der Presse- und Meinungsfreiheit zu rechtfertigen, obwohl diese bei Kommentaren weit reiche. Das Verfahren wurde aufgrund von mehreren Lesermitteilungen eingeleitet. Von der Möglichkeit, daran teilzunehmen, habe die "Kronen Zeitung" nicht Gebrauch gemacht, wie es weiter hieß. Die "Krone" ist bis dato auch nicht Mitglied im Presserat.

(APA)
stats