Presserat: Biró verstieß gegen Ehrenkodex
 

Presserat: Biró verstieß gegen Ehrenkodex

Flickr/Ralph Aichinger
Keine Recherche des Chefredakteurs. Der Presserat verurteil den Chefredakteur der steirischen "Kronen Zeitung", Christoph Biró.
Keine Recherche des Chefredakteurs. Der Presserat verurteil den Chefredakteur der steirischen "Kronen Zeitung", Christoph Biró.

176 Menschen beschwerten sich über den Kommentar des Chefredakteurs der steirischen "Kronen Zeitung"

Im Oktober hat Christoph Biró, Chefredakteur der steirischen "Kronen Zeitung", für lautstarke Proteste gesorgt. In einem Kommentar zur Flüchtlingskrise behauptete Biró Dinge, die sich später als völlig haltlos und falsch herausstellten. Der Chefredakteur zog sich daraufhin aus der Redaktion zurück, vermutlich nach Druck aus Wien. Inzwischen ist er aber längst wieder an seinen Arbeitsplatz zurückgekehrt. Das wohl letzte Kapitel in der Causa hat nun der Presserat gesprochen und Biró für den Kommentar verurteilt. 

Der Kommentar verstoße gegen den Ehrenkodex der österreichischen Presse (Punkt 2, Genauigkeit sowie Punkt 7, Schutz vor Pauschalverunglimpfungen und Diskriminierung), heißt es in einer Aussendung des Selbstkontrollorgans. "Das Verfahren hat ergeben, dass die in dem Kommentar geschilderten Vorfälle auf keinerlei Recherche beruhen. Darüber hinaus hat sich die 'Kronen Zeitung' öffentlich distanziert: Der inkriminierte Kommentar ist als 'überspitzt' und die Tatsachenfeststellungen und Schlussfolgerungen als 'nicht restlos überprüfbar' bezeichnet worden", so der Presserat weiter. Nach Meinung des Presserat-Senates liege es auch auf der Hand, dass durch diesen Kommentar Flüchtlinge diskriminiert wurden.

Der Presserat forderte die "Kronen Zeitung" auf, die Entscheidung freiwillig zu veröffentlichen. Dem wird die Boulevardzeitung wohl nicht nachkommen, hat sie nach wie vor den Presserat nicht anerkannt und sich seinen Entscheidungen bislang nicht unterworfen. 176 Menschen beschwerten sich bei dem Kontrollorgan über Birós Kommentar. 
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