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Presserat äußert sich zu Fotos von Opfern von Terroranschlägen

Flickr/samantha celera
Der Senat 3 des Presserats weist darauf hin, dass Opfer von Terroranschlägen besonderen Schutz ihrer Persönlichkeitssphäre verdienen.
Der Senat 3 des Presserats weist darauf hin, dass Opfer von Terroranschlägen besonderen Schutz ihrer Persönlichkeitssphäre verdienen.

Der Senat 3 des Presserats gibt eine Mitteilung zu den Fotos, die die Opfer von Terroranschlägen in Brüssel darstellen, ab.

Im Zuge der Berichterstattung über die Terroranschläge in Brüssel am 22. März 2016 wurden in zahlreichen österreichischen Medien Fotos veröffentlicht, auf denen verletzte Personen zu sehen waren. Der Senat 3 des Presserats weist darauf hin, dass Opfer von Verbrechen besonderen Schutz ihrer Persönlichkeitssphäre verdienen und begrüßt es gleichzeitig, dass die Medien in diesem Fall auf die Veröffentlichungen von Leichenfotos verzichteten.


Dem Senat ist bewusst, dass Berichte über Terroranschläge wie in Brüssel von großem öffentlichem Interesse sind und weltweit wahrgenommen werden. Das Informationsinteresse bezieht sich auch auf die Bildberichterstattung. Bilder können auf eindrucksvolle Weise das Ausmaß der Anschläge und das dadurch verursachte Leid vermitteln. Durch die Abbildung der Opfer kann den Lesern die ganze Dimension des Anschlags verdeutlicht werden. Für die Medien besteht daher die Möglichkeit, die Einwilligung der Opfer für die Abbildung einzuholen. Eine erteilte Einwilligung ist allerdings nur dann wirksam, wenn die Betroffenen zum Zeitpunkt der Einwilligung nicht unter Schock standen.

Journalisten sind dazu verpflichtet, im Einzelfall zu prüfen, ob das Interesse der Öffentlichkeit oder der Persönlichkeitsschutz der Betroffenen überwiegt. Dabei sollten sie auch immer in Erwägung ziehen, abgebildete Opfer zu verpixeln und dadurch ihre Identität zu schützen.

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