Pressefreiheit: 2020 mindestens 50 Journalist...
 
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2020 mindestens 50 Journalisten getötet

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Reporter ohne Grenzen berichtet in der Jahresbilanz für 2020 von mindestens 50 Journalisten und Medienschaffenden, die in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet wurden.

Weltweit wurden heuer mindestens 50 Journalistinnen, Journalisten und andere Medienschaffende in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet, so die Jahresbilanz der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen. Die meisten davon wurden demnach gezielt getötet, weil sie zu Themen wie Korruption oder organisiertem Verbrechen recherchierten. Einige wurden zudem bei der Berichterstattung über Demonstrationen getötet. Zusätzlich starben viele Medienschaffende an oder mit Covid-19 - allerdings sei nicht festzustellen, inwiefern sich diese infolge ihrer Arbeit mit dem Coronavirus infiziert hatten, so die Organisation. Mindestens drei Journalisten seien aufgrund mangelnder ärtzlicher Versorgung verstorben, nachdem sie sich mutmaßlich in Gefängnissen in Ägypten, Russland und Saudi-Arabien angesteckt hatten. Die traurige Bilanz der insgesamt letzten zehn Jahre: Weltweit wurden mindestens 937 Journalisten wegen oder bei ihrer Arbeit getötet. Als die gefährlichsten Länder für Medienschaffende weist Reporter ohne Grenzen Mexiko, Irak, Afghanistan, Indien und Pakistan aus.

„Kritisch über Korruption, Mafia oder Umweltzerstörung zu berichten, ist in viel zu vielen Ländern lebensgefährlich für Journalistinnen und Journalisten“, so RSF-Vorstandssprecher Michael Rediske im Bericht. „In Ländern wie Mexiko, Irak oder Pakistan können mächtige Kriminelle, extremistische Gruppen und zum Teil auch korrupte Politikerinnen und Politiker immer noch damit rechnen, mit solchen Verbrechen ungestraft davonzukommen. Diese Taten zielen niemals nur auf die unmittelbaren Opfer. Jeder Mord an einer Journalistin oder einem Journalisten ist ein Anschlag auf das Recht aller Menschen, sich frei und unabhängig zu informieren.“ Anders als noch vor etwa vier Jahren wurden zumindest zwei Drittel der Journalisten in ihren Heimatländern und außerhalb von Konfliktregionen getötet. Nur einer starb im Ausland. 
 

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