Presseförderung neu: Gratiszeitungen sollen g...
 

Presseförderung neu: Gratiszeitungen sollen gefördert werden

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Die Presseförderung soll von derzeit acht auf rund 17 Millionen Euro aufgestockt werden.
Die Presseförderung soll von derzeit acht auf rund 17 Millionen Euro aufgestockt werden.

Gratiszeitungen sollen laut dem aktuellen Planungsstand bei der Reform der Presseförderung weiter Fördermittel erhalten.

Die Bezahlung nach dem Journalisten-Kollektivvertrag soll nach APA-Informationen aber als weiterer Anreiz bei der Journalistenförderung herangezogen werden. Eine endgültige Einigung zwischen SPÖ und ÖVP sowie die Klärung der Finanzierung der Presseförderung neu steht noch aus. Die Presseförderung soll von derzeit acht auf rund 17 Millionen Euro aufgestockt und die Vergabe auf die plattformneutrale Förderung von Journalisten sogenannter Universalmedien, die das gesamte Spektrum von Außenpolitik bis Kultur abdecken, abgestellt werden. Rund 12 Millionen Euro sind laut den bisher bekannten Plänen von Medienminister Thomas Drozda für die Journalistenförderung vorgesehen, etwa drei Millionen für digitale Projekte und um die zwei Millionen für einen Ausbildungstopf.

Für den Bezug der reformierten Presseförderung wird eine Mindestanzahl an Journalisten erforderlich sein: mindestens zwölf bei Tageszeitungen, drei bei Wochenzeitungen, sechs bei digitalen Medien. Fällt ein Medium unter diese Kriterien, dann gibt es für jeden Journalisten eine Basisförderung von 5.000 Euro. Für die Anwendung des Journalisten-Kollektivvertrags, die Mitgliedschaft im Presserat, ein vorhandenes Redaktionsstatut oder die Moderation von Online-Foren können weitere Fördermittel bis maximal 9.000 Euro pro Journalist fließen. Gratiszeitungen wie "Heute" oder "Österreich", deren mögliche Unterstützung im Rahmen einer reformierten Presseförderung zuletzt auf Kritik gestoßen war, könnten damit zumindest in den Genuss einer Basisförderung kommen, auch ohne Anwendung des Journalisten-Kollektivvertrags.

Deckelung bei einer bis maximal 1,5 Millionen Euro

Geplant ist weiters eine Deckelung der Presseförderung. Diese soll auch bei einer größeren Anzahl an Journalisten und Medienprojekten in der Größenordnung von einer bis maximal 1,5 Millionen Euro pro Verlagshaus liegen. Final ausverhandelt sind all diese Details freilich noch nicht. Auch die Frage der Finanzierung der Erhöhung der Presseförderung muss noch geklärt werden. In den nächsten zwei bis drei Wochen soll es weitere Gespräche zwischen Medienminister Drozda und ÖVP-Mediensprecher Werner Amon geben, bis Mitte Juni soll dann ein endgültiges Ergebnis vorliegen. Im Bundeskanzleramt wollte man den aktuellen Verhandlungsstand nicht kommentieren.
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