"Presse" und "WiBla" rücken zusammen
 

"Presse" und "WiBla" rücken zusammen

Kündigungen, zwei verhältnismäßig unabhängige Redaktionen und gemeinsamer Anzeigenverkauf

"'Die Presse' und 'WirtschaftsBlatt' bleiben zwei starke, eigenständige Zeitungsmarken und bilden nun Österreichs größtes Wirtschafts-Redaktionsnetzwerk", so startet die Presseaussendung, die heute aus der "WirtschaftsBlatt"-Redaktion eintraf. Und das "neue 'WirtschaftsBlatt'" will er als Zeitung "für neue Zielgruppen und Leser öffnen".

Soweit die Good News zu einem wohl schon länger geplanten und wohl auch sinnvollen Schritt. Wie es aber auch immer dazu gehört, wenn Medien näher zusammenrücken - es müssen Synergieeffekte passieren. In diesem Fall wurden heute 20 Mitarbeiter, die seitens des "WirtschaftsBlatt" tätig waren, beim AMS angemeldet. Im Vorfeld hatte Tillian allerdings, das wurde intern bestätigt, mit allen Mitarbeitern in kleinen Gruppen oder auch Face-to-Face persönliche Gespräche geführt "Es wurde niemand übergangen", so Tillian gegenüber "Standard"-Online.

Betriebsrat und Redakteursausschuss der "Presse" sahen es naturgemäß trotzdem etwas anders und protestierteten mit einem Schreiben und warfen dem Management eine "rücksichtslose Vorgehensweise" vor.

Interessant war in diesem Zusammenhang das Interview, das Markus Mair, seit Oktober 2013 Vorstandsvorsitzender der Styria Media Group, seinem eigenen Blatt der "Presse am Sonntag" am 16. Februar gab. So sagte er "wir befinden uns in einem neuen Zeitalter, in dem die Frage erlaubt sein muss, was es heißt, effizient in einer Redaktion zu arbeiten" und "es braucht einen vernünftigen Nenner zwischen journalistischen Inhalten und dem betriebswirtschaftlichen Rahmen", denn "die wirtschaftliche Unabhängigkeit ist wichtig für unsere Existenz".

Weiter mit den positiven Effekten, die sich die Führung des Unternehmens, allen voran Geschäftsführer Michael Tillian, erwartet: Durch eine innovative Media-
Kombination der beiden Zeitungen werden dem Werbemarkt beste Reichweiten im Premiumsegment zum besten Preis angeboten. Die beiden Styria-Marken legen, so die Aussendung, gemeinsam neue Lese- und Werbeangebote für gehobene Zielgruppen und decken den Kernbereich Wirtschaft journalistisch wie werblich ab.

"Presse"-Team unbehelligt

Die beiden Redaktionen bleiben weiterhin getrennt und unabhängig bestehen; dabei wird das "WirtschaftsBlatt" künftig thematisch und räumlich eng mit dem "Economist", dem Wirtschaftsressort der "Presse", zusammenarbeiten. Insbesondere im Ressort Wirtschaft sind die Überschneidungen zu finden und hier wird wohl auch am stärksten eingespart werden. Hier wird diesmal die positiv bianzierende "Presse"-Mannschaft unbehelligt bleiben, ist zu hören.

Zum Auftakt der Zusammenarbeit startet ab 1. März eine Marketing- und Verkaufsoffensive. Als wichtigste Neuerung wird die Anzeigenkombination A+ buchbar, mit der die einkommensstarke A-Schicht von Werbekunden in bisher noch nicht erreichter Zielgenauigkeit angesprochen werden kann.

Weiters informiert die Aussendung: Das „WirtschaftsBlatt“ wird sich auch inhaltlich weiter neu ausrichten. Nach dem Start der Regionalausgaben im Jahr 2013, soll nun das Hauptblatt sein Profil "als unverzichtbare Informationsquelle für alle Wirtschaftstreibenden in Österreich" schärfen und ausbauen.

So soll trotz "der für eine gute Mittelfristplanung notwendigen Personalreduktion die Qualität der 'WirtschaftsBlatt'-Berichterstattung weiter erhöht werden".

Vollabdeckung ökonomischer Themen"

Dazu sagt das für das Redaktionsnetzwerk verantwortliche Chefredaktions-Team Eva Komarek (Chefredakteurin "WirtschaftsBlatt", Esther Mitterstieler hat das Haus verlassen), Gerhard Hofer (Chefredakteur "WirtschaftsBlatt" und Ressortleiter Wirtschaft bei der "Presse"), Florian Asamer (stv. Chefredakteur "Die Presse") und Rainer Nowak (Chefredakteur "Die Presse") laut Aussendung: "Durch die Kombination der makroökonomisch-internationalen Kompetenz der 'Presse' mit dem Know-how des 'WirtschaftsBlatts' im Bereich der unternehmensbezogenen, österreichischen Wirtschaftsthemen, im Finanzbereich sowie im Kapitalmarkt kann dem Leser eine journalistische Vollabdeckung ökonomischer Themen in neuer Qualität angeboten werden."
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