Premiere will Sat.1 kaufen
 

Premiere will Sat.1 kaufen

Mit Rupert Murdoch als neuen Gesellschafter demonstriert der Sender ein neues Selbstbewußtsein.

Der Münchner Pay-TV-Sender Premiere geht auf Einkaufstour. Nach Angaben des "Handelsblatt" hat Senderchef Michael Börnicke offizielle sein Interesse an dem Privatsender Sat.1 der ProSiebenSat.1-Gruppe bekundet. Gespräche sind zwar offenbar noch keine konkreten im Gange - um so verwunderlicher das öffentliche Coming-Out dieses Plans. Mit einer Übernahme wolle Premiere in eine neue Größenordnung vorstoßen, heißt es in dem Artikel - nämlich einerseits den Umsatz von derzeit knapp einer Milliarde Euro auf zwei bis drei Milliarden mindestens verdoppeln und damit das Terrain der schwarzen Zahlen bestreiten, zum anderen die eigene Wertschöpfungskette erweitern und von Größenvorteilen im Film- und Sportrechteeinkauf profitieren.


Der Zeitpunkt für den Kauf ist sicher nicht der schlechteste: Erstens hat Premiere durch den ständig zukaufenden Anteilseigner Rupert Murdoch einen finanziell potenten Partner im Rücken - am Freitag hatte News Corp. erst seinen Anteil von 19,9 auf 22,7 Prozent erhöht. Zweitens gilt Sat.1 seit Jahren als Sorgenkind der hochverschuldeten ProSiebenSat.1-Gruppe aufgrund schlechter Zahlen und Einschaltquoten.

(dodo)

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