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Politische Themen beim Vorhofer- und Hochner-Preis

Flickr/Franz Johann Morgenbesser

Bundespräsident Alexander van der Bellen bricht eine Lanze für die Gebührenfinanzierung des ORF.

Am Dienstagnachmittag haben politische Themen die Reden bei der Verleihung des "Robert-Hochner-Preis" und des "Kurt-Vorhofer-Preises" dominiert. Bundespräsident Alexander Van der Bellen würdigte den "Mut, Interventionen standzuhalten" in seiner Laudatio für Hochner-Preisträger Stefan Kappacher (Ö1) und Ernst Sittinger von der "Kleinen Zeitung", der den Vorhofer-Preis erhalten hatte. Zwar sollten auch Journalisten nicht wehleidig sein. Allerdings sei es "besorgniserregend", aufgrund eines möglichen Fehlers pauschal ganzen Redaktionen "Lüge" und "Propaganda" zu unterstellen, heißt es seitens des Bundespräsidenten.

Auch sprach sich Van der Bellen für die Gebührenfinanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aus – mit Hinweis auf die Schweiz, wo die Bevölkerung dieses Modell in einer Volksabstimmung bestätigt hat. Eine Finanzierung über das Budget könne den ORF „verwundbar“ machen.

Auch Kappacher, der in erster Linie für das Ö1-Medienmagazin "#doublecheck" ausgezeichnet wurde, hielt eine Verteidigungsrede für den Öffentlich-rechtlichen und zeigte sich besorgt über die Aussagen des Stiftungsrat-Vorsitzenden Norbert Steger: Journalismus sei gut, wenn er die eigene Position bestärkt, schlecht, wenn er diese kritisiert, laute die Devise für manche Politiker. "Das nenne ich wehleidig", so Kappacher. Die Finanzierung aus dem Budget nannte Kappacher eine "absolute Horrorvision".

Nicht minder scharf war zuvor die Rede von Vorhofer-Preisträger Sittinger ausgefallen, der mit der eigenen Branche ins Gericht ging: Die Vermittlung differenzierter Inhalte bleibe in Zeiten von Online-Klicks oft auf der Strecke, sagt er: "Die Aufmerksamkeits-Ökonomie ist zu einer Ablenkungs-Ökonomie geworden."

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