Politikerranking: Kurz und Anschober halten M...
 
Politikerranking

Kurz und Anschober halten Medienpräsenz-Abstand

BKA/Andy Wenzel
Bundeskanzler Sebastian Kurz (m.), Bundesminister Rudolf Anschober (r.) und Bundesminister Karl Nehammer belegen das Juli-Stockerl der Medienpräsenz.
Bundeskanzler Sebastian Kurz (m.), Bundesminister Rudolf Anschober (r.) und Bundesminister Karl Nehammer belegen das Juli-Stockerl der Medienpräsenz.

Die unterschiedliche Themenlage brachte im Juli zudem Nehammer, Tanner und Doskozil in die Top-Fünf.

Das aktuelle APA-Comm-Politikerranking, das monatlich die Berichterstattung aller österreichischen Tageszeitungen analysiert, weist für Juli 2020 Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) als medial präsentesten Politiker des Landes aus. In einem Monat mit vielfältiger Themenlage führt Kurz das Ranking mit 1.195 Beiträgen vor Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Die Grünen, 927 Beiträge) an. Der drittplatzierte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP, 514 Beiträge) folgt mit deutlichem Abstand. Für Anschober, der bereits das dritte Mal in Folge auf Platz zwei liegt, ist im Juli die Differenz zum ersten Rang so gering wie noch nie.

Kurz stand im Juli mehrheitlich mit dem EU-Wiederaufbaufonds medial im Rampenlicht. Mehrere Tage lang verhandelten die Staats- und Regierungschefs über ein insgesamt 750 Milliarden Euro schweres Paket. Die angesichts steigender Corona-Fallzahlen partielle Wiedereinführung der Maskenpflicht sorgte ebenfalls für mediale Aufmerksamkeit. Am Ende des Monats war das krankheitsbedingte Fernbleiben des Kanzlers vom Nationalen Sicherheitsrat zur Causa „Wirecard“ und die heftige Kritik von Seiten der Opposition das bestimmende Thema.

Anschobers Selbstkritik und Nehammers Schulterschluss-Ruf

Nachdem die allgemeinen Ausgangsbeschränkungen durch den Verfassungsgerichtshof für gesetzeswidrig erklärt worden waren, übte der im Politikerranking zweitplatzierte Gesundheitsminister Anschober öffentlich Selbstkritik. Er kündigte umfangreiche Strukturveränderungen im Gesundheitsministerium sowie eine höhere juristische Qualität bei zukünftigen Verordnungen an. Anschober präsentierte im Juli die „Corona-Ampel“, die zukünftig das Gefahrenpotenzial von Infektionen in österreichischen Bezirken anhand eines Farbschemas abbilden soll.

Den dritten Platz nimmt Innenminister Nehammer ein, der mit Übergriffen türkischer Nationalisten bei Demonstrationen kurdischer und linker Aktivistinnen und Aktivisten in Wien konfrontiert war. Nehammer forderte daraufhin einen „Schulterschluss gegen Radikalisierung“ und rief die involvierten Vereine auf beiden Seiten zur Zusammenarbeit auf. Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP, Platz zehn) präsentierte in diesem Zusammenhang die neu geschaffene „Dokumentationsstelle Politischer Islam“.

Doskozil gegen Tanner und Rendi-Wagner

Die Ränge vier und fünf belegen Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP, 443 Beiträge) und Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ, 423 Beiträge). Dieser übte medienwirksam Kritik an Tanners Reformplänen für das Bundesheer. Nach mehrmaliger Kritik an der Bundes-SPÖ zog Doskozil in Zweifel, ob die Bundesparteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner (Platz 11, 277 Beiträge) die beste Spitzenkandidatin für die nächste Nationalratswahl wäre. Rendi-Wagner verwies als Reaktion auf die Mitgliederbefragung vom Mai. Gegen Ende des Monats geriet Doskozil aufgrund der Insolvenz der Mattersburger Commerzialbank in die Defensive.

Die weiteren Top-Platzierungen belegen Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP, Platz 6), Vizekanzler Werner Kogler (Die Grünen, Platz 7), Parteichef Heinz-Christian Strache (HC, Platz 8), Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP, Platz 9) sowie Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP, Platz 10). Bereits zum zweiten Mal in Folge befindet sich kein FPÖ-Politiker in den Top-20.
stats