Pokern um die Fernsehmillionen
 

Pokern um die Fernsehmillionen

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Die Rechteausschreibung der Bundesliga Ausschreibung erfolgte Ende Oktober - Sky will einmal mehr die Exklusivität steigern, der ORF pocht auf Free TV - Entscheidung über plattformneutrale Ausschreibung im Frühjahr erwartet

Der Poker um die Fernsehrechte für die Fußball-Bundesliga geht in die finale Phase. Derzeit halten Sky und ORF die Übertragungsrechte, rund 17 Millionen pro Jahr überweisen die beiden Sender gemeinsam seit 2010 an die Vereine. Über die Zeit nach Auslaufen des dreijährigen Vertrages wird bereits seit Wochen gefeilscht: Ende Oktober wurden die Ausschreibungsunterlagen inklusive der möglichen Rechtepakete an alle Interessenten verschickt. Ein erster Zwischenstand soll bei der Hauptversammlung der Bundesliga am 7. Dezember vorliegen. Ein Abschluss dürfte allerdings erst im Frühjahr erfolgen.

Liga will 20 Millionen

Kolportiert wird, dass die Liga heuer die 20-Millionen-Grenze pro Jahr knacken will. Mögliche Bieter halten sich derzeit bedeckt, die Positionen ähneln aber jenen der letzten Runde vor zwei Jahren: Der ORF etwa hat bereits im Vorfeld angekündigt, er werde nicht mitbieten, wenn die Anzahl der Free-TV-Spiele beschnitten wird. Derzeit strahlt der ORF 36 Live-Spiele (eines pro Runde) aus und will keines davon abgeben.

Sky nimmt neuen Anlauf zu mehr Exkusivität


Der Bezahlsender Sky nimmt wiederum einen neuen Anlauf für mehr Exklusivität und will dafür auch tiefer in die Tasche greifen. Der Chef von Sky Deutschland, Brian Sullivan, rechnet mit einer Entscheidung über die Rechtevergabe im Jänner, sagte er zuletzt bei der Präsentation der Quartalsergebnisse des Senders. Vorher wolle er sich nicht äußern. Schon bei den vergangenen Rechteverhandlungen Ende 2009/Anfang 2010 hätte sich Sky eine Reduktion der 36 Free-TV-Spiele auf zwölf eine größere Summe kosten lassen. Das scheiterte damals aber vor allem an den Einwänden von Rapid. Nachdem Vereinschef Rudolf Edlinger im Herbst 2012 ausgeschert war, weil nur zwölf Live-Spiele im Free TV laufen sollten, wurde die Rechtevergabe sogar neu ausgeschrieben.

Fußball ist jedenfalls ein wichtiges Asset für den Pay TV-Sender: In Deutschland lässt sich Sky die Bundesliga-Rechte ab 2013/14 im Durchschnitt ganze 486 Millionen Euro pro Saison kosten.

Plattformneutrale Ausschreibung

Die Bundesliga-Rechte-Ausschreibung erfolgte übrigens plattformneutral. Das heißt, dass jener Sender, der den Zuschlag für die Live-Berichterstattung oder aber die zeitversetzte Zusammenfassung von Highlights bekommt, die Rechte für alle Plattformen - sei es TV, Online oder Mobile - erwirbt. Theoretisch könnte er die Rechte für einzelne Plattformen dann wieder sublizenzieren.

(Quellen: APA)
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