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Pius Strobl wird Bauherr für neuen ORF-Standort

Der frühere ORF-Kommunikationschef Pius Strobl wird Projektmanager für die Sanierung und den teilweisen Neubau des ORF-Zentrums am Küniglberg

Strobl übernimmt nach APA-Informationen die Koordination zwischen der ORF-Geschäftsführung in ihrer Funktion als Lenkungsausschuss sowie der Projektleitung um Bert Müller und fungiert ab sofort als eine Art ständiger Bauherrenvertreter in dem Großprojekt.

Entgegen kolportierten Medienberichten wird Strobl seine Aufgaben aber nicht als Angestellter des ORF mit eigener Hauptabteilung wahrnehmen, sondern im Rahmen seines bestehenden Beratervertrags. Strobl betreute für den ORF zuletzt die HDTV-Einführung sowie das Smart Card-Management. Das soll auch in Zukunft so bleiben, hieß es aus dem Sender. Zum neuen erweiterten Tätigkeitsbereich Strobls gehört es nun, den Lenkungsausschuss, der alle paar Wochen tagt, in der täglichen Arbeit operativ zu unterstützen und die Anforderungen an das Projekt in den Bereichen Sicherheit, Nachhaltigkeit, Mobilität etc. zu vertreten und darüber hinaus auch projektbegleitende Querschnittsmaterien wie den digitalen Workflow voranzutreiben.

Die Aufgaben der Projektleitung und des Lenkungsausschusses blieben davon unberührt. Strobl werde seine Erfahrungen aus dem Song Contest-Projekt einbringen, wo es ebenfalls um die Bündelung interner und externer Ressourcen ging, hieß es aus dem ORF weiters. Für den Song Contest kehrte Strobl vorübergehend in den ORF zurück und übernahm die Funktion des Event Managers für das Großereignis. Nicht zuletzt wegen der von Strobls Team erwirtschafteten Mehreinnahmen bei Ticketing und Sponsoring, betrugen die ORF-Nettokosten für den Song Contest nur etwas mehr als 13 Millionen statt der ursprünglich budgetierten 15 Millionen Euro.

Auch Immobilien-Erfahrung bringt Strobl für seine neue Aufgabe im 300-Millionen-Projekt Küniglberg neu mit. Strobl war Anfang der 1990er-Jahre Gründungsvorstand der Conwert AG und entwickelte mit Conwert-Eigentümer Günter Kerbler zahlreiche Immobilienprojekte. 2006 war der ehemalige Grüne Politiker als grüner Stiftungsrat maßgeblich an der Wahl von ORF-Chef Alexander Wrabetz beteiligt und wurde danach als enger Wrabetz-Vertrauter ORF-Kommunikationschef. 2010 ließ Strobl rund um eine ORF-Stiftungsratsitzung und die Abwahl von Informationsdirektor Elmar Oberhauser von einer Mitarbeiterin Direktoren- und Journalistengespräche vor dem Sitzungssaal mitschneiden. Nach Kritik an der Aktion trat Strobl von seinem ORF-Posten zurück und betonte zugleich, dass niemand abgehört wurde. Auch die Staatsanwaltschaft sah nach einer FPÖ-Anzeige kein widerrechtliches Verhalten und stellte entsprechende Ermittlungen Anfang 2014 ein.
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