Pirker gegen Ostermayer
 

Pirker gegen Ostermayer

Der ORF als Dorn im Auge der Verleger: Bei der Generalversammlung des Zeitungsverbandes hagelt es einmal mehr medienpolitische Kritik.

Im Rahmen seiner Generalversammlung am 26. Juni sprach sich der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) erneut für eine Beschränkung des kommerziellen Marktgebahrens des ORF seitens der Medienpolitik aus. Die Bevorzugung des Öffentlich-Rechtlichen verhindere ein vernünftiges duales Mediensystem in Österreich, tönt es aus dem Verband.

Die Politik habe den ORF über Jahrzehnte durch Gebühren und Werbezeiten "überfüttert", kritisiert VÖZ-Präsident und Styria-Boss Horst Pirker. Die mehr als 500 Millionen Euro an Gebühren würden den zwölf Millionen Euro an Presseförderung und den fünf Millionen Euro an Medienförderung überproportional gegenüber stehen. Die systemrelevante Bedeutung von Zeitungen und Magazinen werde zudem von der Medienpolitik verkannt ebenso wie Tatsache, dass der ORF nicht mehr "das Leitmedium" im Lande sei.

Das heiße aber nicht, dass sich der VÖZ eine Privatisierung des ORF wünsche, wie seitens der Verleger betont wird. Vielmehr wolle man einen "starken ORF", der sich jedoch allein auf seinen öffentlichen Auftrag besinnen solle.

Einen akuten Handlungsbedarf seitens der Politik sieht der VÖZ auch dafür, Inhalte, die von Verlagen auf ihren unterschiedlichen Plattformen angeboten werden, vor einer genehmigungslosen Nutzung zu schützen. Es müsse deutlich gemacht werden, dass jede kommerzielle Vervielfältigung oder Verbreitung solcher Inhalte rechtliche Konsequenzen nach sich zieht.





SPÖ-Medienstaatssekretär Josef Ostermayer wiederum betonte bei der VÖZ-Generalsversammlung die Notwendigkeit eines Strukturwandels beim ORF. Derzeit sei die Regierung über die Frage der Aufgaben und Grenzen des ORF im Gespräch. Der ORF solle als Standbein des demokratischen Systems und daher in seiner Breite erhalten bleiben, meint Ostermayer. Die Regierung wolle auch die Printmedien unterstützen. Eine für den Herbst geplante, groß angelegte Regierungskampagne soll den Medienbetrieben zusätzliche Werbeeinnahmen bringen. Die Verteilung der Kampagnenmittel werde demnächst verhandelt. Auch eine Debatte über die  Modernisierung der Presseförderung schlug Ostermayer den Verlegern vor. Einen ausführlichen Bericht über alle Referenten bei der VÖZ-Generalversammlung lesen Sie im kommenden HORIZONT 26, der am 26. Juni erscheint.







Quelle: APA/HORIZONT Online
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