Personalpool für die Print-Landschaft
 

Personalpool für die Print-Landschaft

Martin Steinthaler | tinefoto.co
im Ruderboot am Wörthersee mit Markus Aichholzer und Brenda Amtmann
im Ruderboot am Wörthersee mit Markus Aichholzer und Brenda Amtmann

In Kärnten gedeiht mediale Kompetenz, die oft mangels Jobs im eigenen Land emigriert, aber auch gerne wieder zurückkommt

Um jetzt einmal ein blumiges Bild zu verwenden, und ohne Journalisten zu Propheten hochzustilisieren: Dass der Letztere im eigenen Land nicht viel erreicht, ist manchmal weniger der Wertschätzung als der konkreten Arbeitmarktsituation geschuldet. Die Kärntner (Print-)Medienlandschaft hat wie jene überall sonst außerhalb von Hauptstädten und Metropolen naturgemäß personelle Kapazitätsgrenzen. Ein Blick über die Landesgrenzen oder gar eine Arbeit jenseits dieser hat den eigenen Perspektiven selten geschadet: Und so ging eine ­illustre Reihe von Medienmachern den Weg, erst über die Pack, später oft noch weiter weg und manchmal wieder retour. 

Die Medien-Manager 
Hans Gasser, geboren in Villach, ist der international Renommierteste in dieser Riege, er war nach dem Studium in Wien unter anderem Manager bei der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, bei der Süddeutschen Zeitung und bei der Styria. Den aktuell prestigeträchtigsten und auch schwierigsten Job hat diesbezüglich wohl Horst Pirker. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Verlagsgruppe News wechselte erst von der Styria in Klagenfurt in die Zentrale nach Graz (wo er auch studiert hatte), um dann mit den Zwischenstationen Red Bull Media Haus und dem Grazer Entsorgungsunternehmen Saubermacher in Wien zu landen. Wie schon bei vorigen Stationen in der Styria folgten Pirker einige engere Landsleute, aktuell fungieren in der VGN etwa die Kärntner Dietmar Zikulnig als CSO und Helmut Schoba als COO, beide hatten schon unter Pirker in der Styria gearbeitet.

Die Journalisten
Bei News selbst schied erst vor kurzem der Kärntner Markus Leeb nach rekordverdächtigen 16 Jahren beim Wochenmagazin als Ressortleiter Wirtschaft aus. Für Leeb bei News im Wirtschaftsressort hatte einst auch Eva Pratsch, bis März 2015 Chefredakteurin Weekend Kärnten, gearbeitet. Sie sammelte in Wien auch Erfahrung bei der Tageszeitung Österreich, aber auch Auslandserfahrung in anderen Bereichen: Pratsch arbeitete vier Jahre lang in Deutschland, bei einer Werbeagentur sowie als Pressesprecherin. Karin Koncsik wiederum, seit 2009 Geschäftsführerin von Weekend Kärnten, war zuvor Anzeigenleiterin des Magazins Diva in Wien sowie Account Director der Werbeagentur Mörth & Mörth in Graz. Eva Pratschs Vorgänger in der Chefredaktion bei Weekend Kärnten, Florian Zuschlag, ist Chefredakteur des Kärntner Monat. Bei dessen einstigen, 1999 gegründeten, Ableger Steirer Monat hatte Uwe Sommersguter, der Deskchef der Kleinen Zeitung Kärnten, in Graz „Auslandserfahrung“ gesammelt. Ebendort, beim Steirer Monat, werkte auch Gerd Leitner, Redaktionsleiter der Kärntner Woche (die Sommers­guter selbst lange geleitet hatte) zwei Jahre lang als Chef vom Dienst. Von der Position als langjähriger Chefredakteur des Kärntner Monat aus gelang Wolfgang Kofler der Sprung ins ferne Wien (an dieser Stelle eine Empfehlung für den Beitrag Koflers auf der nächsten Seite dieses HORIZONT), dort landete er bald auch bei News als Leiter des Leute-Ressorts. Vor seinem Wien-Abenteuer hatte er bei der Kleinen Zeitung und er ist jetzt Redaktionsleiter der Woche Villach. 

Die ‚Assimilierten‘
Weitere ständige Exil-Kärntner in der Printwelt, die teilweise ob ihrer langen führenden Tätigkeit in Wien kaum mehr als solche gelten oder gar nie in Kärnten werkten, sind etwa der stellvertretende Kurier-Chefredakteur Gert Korentschnig und Daniela Kittner, Innenpolitikerin ebendort, sowie seit kurzem als Society-Chefin beim Kurier, Lisa Trompisch. Kittners Pendant bei der Presse ist mit Oliver Pink ebenso ein Kärntner. Schönere Themen als die Untiefen der heimischen Innenpolitik bereitet dagegen Petra Percher auf, sie ist Chefredakteurin des „Schaufenster“ der Presse. 
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